Steigen die Temperaturen über 30 Grad, heizen sich besonders Dachgeschosswohnungen und Räume auf der Südseite schnell auf. Das kann den Schlaf stören und den Kreislauf belasten. Ist die Wärme erst einmal in der Wohnung, lässt sie sich nur schwer wieder loswerden. Deshalb gilt: Die Hitze sollte möglichst gar nicht erst hinein. Das Umweltbundesamt gibt Tipps, wie das gelingt.
1. Fenster auf oder zu? Das empfiehlt das Umweltbundesamt
Der häufigste Fehler ist, bei Hitze tagsüber die Fenster zu öffnen. Halten Sie sie tagsüber geschlossen, damit die warme Außenluft nicht hineindringt. Öffnen Sie stattdessen abends und nachts Fenster und Zimmertüren, sobald es draußen kühler ist als in der Wohnung. In vielen Sommernächten ist das ab etwa 21 oder 22 Uhr der Fall, morgens oft bis 7 oder 8 Uhr. Entscheidend ist die tatsächliche Außentemperatur.
2. Rollläden schließen: Bis zu 90 Prozent der Sonneneinstrahlung bleiben draußen
Ein großer Teil der Wärme kommt durch die Fenster. Entscheidend ist außenliegender Sonnenschutz wie Rollläden, Fensterläden oder Jalousien, denn er fängt die Sonne ab, bevor sie auf die Scheibe trifft. Der Unterschied ist groß: Außenliegender Sonnenschutz hält 80 bis 90 Prozent der Sonneneinstrahlung ab, innenliegende Rollos nur 5 bis 45 Prozent. Wichtig ist, den Sonnenschutz schon zu schließen, sobald die Sonne auf das Fenster scheint, etwa früh morgens bei Fenstern nach Osten. Wer keinen Außenschutz hat, sollte innenliegende Rollos oder Vorhänge in hellen Farben wählen, dunkle Stoffe heizen den Raum zusätzlich auf.
3. Ventilatoren kühlen die Luft nicht, den Körper aber schon
Ventilatoren senken zwar nicht die Raumtemperatur, sorgen aber durch die Luftbewegung für einen kühlenden Effekt auf der Haut. Sie sind günstig und brauchen wenig Strom, ihre Leistungsaufnahme ist 20- bis 50-mal kleiner als die eines Klimageräts.
4. Elektrogeräte machen die Wohnung unnötig warm
Jedes laufende Elektrogerät erzeugt zusätzliche Wärme und heizt die Räume weiter auf. Schalten Sie daher alles ab, was gerade nicht gebraucht wird, etwa Drucker, Kaffeemaschine, Fernseher und unnötige Beleuchtung.
5. Wann Sie trotz Hitze lüften sollten
So wichtig es ist, die Fenster tagsüber geschlossen zu halten, ganz ohne Lüften geht es nicht. Wird die Luft im Laufe des Tages stickig oder feucht, kann kurzes Stoßlüften trotz Hitze sinnvoll sein. So gelangen Feuchtigkeit und verbrauchte Luft nach draußen. Das beugt auch einer erhöhten Kohlendioxid-Konzentration vor, die müde machen kann.
Wer dauerhaft vorsorgen will, setzt auf Schatten und Dämmung
Wer seine Wohnung dauerhaft vor Sommerhitze schützen möchte, kann auch baulich vorsorgen. Außenliegende Verschattung, begrünte Fassaden und eine gute Dämmung sorgen dafür, dass sich Räume selbst an heißen Tagen deutlich langsamer aufheizen.