Warum Krafttraining das Herz zusätzlich schützen könnte
Frauen, die regelmäßig ihre Muskeln trainieren, hatten in einer neuen Analyse ein deutlich geringeres Risiko für schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen, selbst wenn sie bereits Ausdauersport wie Gehen, Jogging oder Radfahren betrieben.
Bereits zwei Stunden Krafttraining pro Woche waren mit einem geringeren Risiko verbunden
Frauen, die zwei oder mehr Stunden pro Woche Krafttraining angaben, hatten ein um 20 Prozent niedrigeres Risiko für schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Besonders gut zeigte sich das für Herzinfarkte, für Schlaganfälle war dagegen statistisch keine Risikoreduktion erkennbar. Jede zusätzliche Stunde pro Woche ging mit einem weiteren Rückgang des Risikos einher. Wichtig: Die Daten zeigen Zusammenhänge, keine gesicherten Ursachen.
Der Vorteil zeigte sich auch bei Frauen, die bereits Ausdauersport trieben
Besonders interessant: Krafttraining wirkte auch dann positiv, wenn Frauen bereits ausreichend Ausdauertraining trieben. Wer zusätzlich weniger Zeit vor dem Fernseher verbrachte, schnitt insgesamt am besten ab.
Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind weltweit die häufigste Todesursache. Jede Maßnahme, die das Risiko senken könnte, ist daher relevant – besonders solche, die sich leicht in den Alltag einbauen lassen. Krafttraining benötigt keine Geräte: Schon Übungen mit dem eigenen Körpergewicht wie Kniebeugen, Liegestütze oder Ausfallschritte zählen zum Krafttraining.
Was Frauen aus der Studie ableiten können
Die Studie erschien im Journal of the American College of Cardiology und basiert auf Daten von über 117.000 Frauen aus zwei großen US-Gesundheitsstudien. Erfasst wurden unter anderem Häufigkeit und Dauer des Krafttrainings sowie das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall oder Eingriffe zur Wiederherstellung der Durchblutung der Herzkranzgefäße, etwa eine Bypass-Operation oder eine Katheterbehandlung.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass ein Mix aus Ausdauer, Kraft und weniger Sitzen für Frauen besonders sinnvoll sein könnte. Die Studie hat jedoch auch Einschränkungen: So basieren die Angaben zum Training zum Beispiel auf Selbstauskünften und können ungenau sein. Außerdem wurde die Art des Krafttrainings nicht im Detail erfasst. Es handelt sich um eine Beobachtungsstudie – sie kann keinen eindeutigen Ursache-Wirkungs-Nachweis liefern.
Für Patientinnen gilt: Behandlungen oder Trainingspläne sollten nicht eigenständig geändert werden, sondern immer mit ärztlichem Rat.
Quelle: DOI 10.1016/j.jacc.2026.04.036