Zimmerpflanzen, begrünte Wände und große Hydrokulturen erhöhen die Luftfeuchtigkeit in Innenräumen und steigern den Komfort. So können sie zu gesünderen, hitzeresistenten Gebäuden beitragen, stellt eine Studie in dem Fachmagazin „Building and Environment“ fest.
Vorteile auch hinsichtlich Feinstaub
Die Analyse zeigt, dass größere Begrünungssysteme die gefühlte Temperatur in Innenräumen um bis zu zwei Grad kühler und damit bei heißen Umgebungstemperaturen deutlich komfortabler erscheinen lassen. Je nach Pflanzenarten, Pflanzendichte, Anordnung, Beleuchtung und Pflege können die Kulturen auch Feinstaub und flüchtige organische Verbindungen reduzieren.
Mehr als Dekoration
Prof. Prashant Kumar, Gründer des Global Centre for Clean Air Research in Surrey, erklärte in einer Mitteilung zur Veröffentlichung: „Menschen verbringen rund 90 Prozent ihres Lebens in Innenräumen. Unsere Arbeit zeigt, dass deren Begrünung in bestimmten Situationen einen bedeutenden Unterschied machen kann – nicht nur für das Raumklima, sondern auch für den Umgang mit Hitze, Feuchtigkeit und Schadstoffen. Die Begrünung als ökologische Infrastruktur und nicht nur als Dekoration zu betrachten und die bestehenden Forschungslücken in diesem Bereich zu schließen, ist entscheidend, um ihr volles Potenzial auszuschöpfen.“
Die Natur zum Menschen bringen
Die Studie bietet erstmals einen umfassenden Vergleich von 26 verschiedenen Begrünungssystemen für Innenräume und deren Auswirkungen auf die Raumluftqualität. Die Gartenbauwissenschaftlerin Dr. Tijana Blanusa drückte sich so aus: „Innenraumbegrünung ist eine fantastische Möglichkeit, die Vorteile von Pflanzen und die Interaktion der Menschen mit ihnen in städtische Wohnungen, Schulen und andere Räume zu bringen, in denen Natur nicht leicht zugänglich ist. Diese Studie legt ein solides Fundament, indem sie die nötigen Bedingungen beschreibt, um die größtmögliche Wirkung auf Luftqualität, Wohlbefinden und vieles mehr zu erzielen.“
Quelle: DOI 10.1016/j.buildenv.2026.114336