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Zu viel Alkohol? Schneller ausnüchtern mit Atem-Gerät

Dr. Karen Zoufal  |  17.11.2020

Wer zu viel Alkohol getrunken hat, kann bisher nur abwarten, bis der Kater vorüber und der Alkohol abgebaut ist. Wissenschaftler haben jetzt ein einfaches Gerät entwickelt, das dem Körper hilft, durch Hyperventilieren den Alkohol schneller loszuwerden.

 Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwäche: Zu viel Alkohol rächt sich in der Regel am nächsten Morgen.
Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwäche: Zu viel Alkohol rächt sich in der Regel am nächsten Morgen.
© iStock.com/Estradaanton

Normalerweise entfernt die Leber 90 Prozent des Alkohols im Blut, und es gibt keine Möglichkeit, diesen Prozess zu beschleunigen. Wenn aber auch die Lungen mitarbeiten, kann Alkohol neuen Forschungsergebnissen zufolge schneller aus dem Körper eliminiert werden: Bei fünf Männern, die ein Getränk auf Wodka-Basis getrunken hatten, wurde die Alkoholkonzentration von etwa einem Promille auf diese Weise bis zu dreimal schneller aus dem Blut entfernt.

"Es ist ein sehr einfaches Low-Tech-Gerät: Es sind keine Elektronik, keine Computer oder Filter erforderlich. Es ist eigentlich unerklärlich, warum wir das nicht schon vor Jahrzehnten versucht haben", sagte der Anästhesist Joseph Fisher vom Toronto General Hospital Research Institute in Kanada.

Schnelles Atmen entfernt Alkohol aus dem Blut

Dass schnelles Atmen Alkohol und andere Substanzen aus dem Blut entfernen kann, ist schon länger bekannt. In diesem Fall haben die Wissenschaftler ein etwa koffergroßes Atemgerät angepasst, um die Alkoholabgabe über den Atem zu unterstützen. Dabei gibt es genau die richtige Menge Kohlendioxid zurück, während der Alkohol durch schnelles Atmen – sogenannte Hyperventilation – freigesetzt wird. Die Rückführung von Kohlendioxid ist dabei entscheidend, denn sonst würde man sich nach einigen Minuten benommen fühlen und schließlich ohnmächtig werden.

In den USA ist das System seit 2019 für die Behandlung von Kohlenmonoxidvergiftungen in Notaufnahmen zugelassen. Nun wollen die Forscher an mehr Menschen testen, ob das Gerät auch Menschen mit einer Alkoholvergiftung helfen kann.

Quelle: DOI 10.1038/s41598-020-76233-9

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