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Ob ein Mundschutz vor dem Coronavirus schützt, lesen Sie hier.

In vielen Bundesländern ist das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung in öffentlichen Verkehrsmitteln oder beim Einkaufen mittlerweile Pflicht.
© kovop58/iStockphoto

Mo. 18. Mai 2020

Mundschutz gegen Coronavirus: Das müssen Sie jetzt wissen

Ein Mittel, um das Risiko einer Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus zu verringern, ist das Tragen von einem Mundschutz oder Atemschutzmasken. In vielen Bundesländern dürfen Geschäfte oder öffentliche Verkehrsmittel zurzeit nur noch betreten werden, wenn Mund und Nase bedeckt sind. Aber es bestehen entscheidende Unterschiede zwischen einfachem Mund-Nasen-Schutz und richtigen Atemschutzmasken. Auch die Materialien unterscheiden sich in ihrer Filterleistung zum Teil erheblich.

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Die Sorge vor einer Infektion mit dem Coronavirus hat seit Beginn des Jahres dazu geführt, dass sich immer mehr Menschen mit Mundschutz oder Atemschutzmasken eingedeckt haben. Wegen der großen Nachfrage sind Apotheken ständig beschäftigt, für Nachschub zu sorgen, was zurzeit wieder leichter möglich ist. Hier werden Kunden auch beraten, was sich in welcher Situation am besten eignet, denn Mundschutz und Atemschutzmaske unterscheiden sich in ihrer Schutzwirkung.

Masken schützen vor Tröpfcheninfektion

Das Tragen von Schutzmasken soll vor einer Tröpfcheninfektion mit den Viren schützen. Dazu sind der aus dem Operationssaal bekannte Mund-Nasen-Schutz (MNS) und auch selbstgenähte Stoffmasken jedoch nur bedingt geeignet: Solche Masken sollen vor allem verhindern, dass der Träger Tröpfchen in die Umgebung weitergibt, im OP-Saal schützt er also den Patienten.

Obwohl ein Selbstschutzeffekt für solche Masken nicht belegt ist, ist das Tragen Experten zufolge trotzdem sinnvoll: "Infektion und Schwere der Covid-19-Erkrankung hängen sehr wahrscheinlich mit der inhalierten Virendosis zusammen. Jede Verringerung dieser Dosis – zum Beispiel durch das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes – ist somit von Vorteil", sagt Professor Dr. med. Michael Pfeifer, Präsident der Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V. (DGP). Bei Stoffmasken sei jedoch zu beachten, sie regelmäßig zu wechseln und sie nach jedem Tragen zu reinigen. Denn sonst könnten die durch Feuchtigkeit bedingten besseren Lebensbedingungen für Viren das Infektionsrisiko für den Träger erhöhen.

Um den Tragenden sicher vor einer Tröpfcheninfektion zu schützen, sind sogenannte Partikel-filternde Halbmasken (filtering face piece, FFP) der Klasse II oder III geeignet, die ganz oder teilweise aus nicht auswechselbarem Filtermaterial bestehen. Diese reduzieren infektiöse Aerosole in der eingeatmeten Luft. Das Robert Koch-Institut (RKI) weist jedoch darauf hin, dass mehrlagiger chirurgischer MNS und die FFP-Masken gerade in der aktuellen Situation dem medizinischen und pflegerischen Personal vorbehalten bleiben sollten.

Richtiger Umgang mit Mund-Nasen-Bedeckungen

• Vor dem Anlegen gründlich die Hände mit Seife waschen.
• beim Aufsetzen darauf achten, dass Nase und Mund bis zum Kinn abgedeckt sind und die Maske eng anliegt.
• spätestens bei einer Durchfeuchtung muss die Maske gewechselt werden.
• Die Maske nicht während des Tragens berühren oder zurechtziehen.
• Beim Abnehmen nicht die Außenseiten berühren, da sich hier Erreger befinden können. Am besten die Schnüre hinter den Ohren greifen, um die Maske abzunehmen und anschließend die Hände waschen.
• Masken aus Stoff anschließend luftdicht (z.B. in einem Beutel) aufbewahren oder am besten sofort bei mindestens 60 Grad waschen.

Welche Materialien sich zum Herstellen einer Mund-Nasen-Bedeckung eignen, lesen Sie hier.

Was beim Tragen zu beachten ist

Für den Privatgebrauch empfiehlt das RKI eine sogenannte Mund-Nasen-Bedeckung. Dabei handelt es sich um Masken aus handelsüblichen Stoffen, die auch selbst genäht werden können. "Die Filterleistung verschiedener Stoffe variiert dabei jedoch erheblich", sagt Lungenfacharzt Dr. med. Dominic Dellweg. So hätten normierte chirurgische Masken die beste Filterleistung und einen geringen Luftwiderstand. Andere Stoffe, zum Beispiel Staubsaugerbeutel oder Geschirrhandtücher, hätten zwar eine nur etwas geringere Filterleistung, dafür aber einen deutlich höheren Luftwiderstand. "Letzteres führt zu einer erhöhten Atemanstrengung und kann vor allem bei älteren und vorerkrankten Patienten problematisch sein", sagt DGP-Präsident Pfeifer. Bei der Materialauswahl solle deshalb darauf geachtet werden, dass längeres Atmen durch die anliegende Maske möglich ist.

Das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung im öffentlichen Leben kann laut RKI dazu beitragen, die Ausbreitung des Virus in der Bevölkerung zu verlangsamen und Risikogruppen vor Infektionen zu schützen. Voraussetzung dafür sei, den Schutz insbesondere in Situationen zu tragen, in denen mehrere Menschen in geschlossenem Räumen zusammentreffen und sich dort länger aufhalten, etwa am Arbeitsplatz. Gleiches gelte, wenn der Abstand von mindestens 1,5 Metern zu anderen Personen nicht eingehalten werden kann, zum Beispiel in öffentlichen Verkehrsmitteln oder beim Einkaufen.

Um die Ausbreitung einzudämmen, sei weiterhin wichtig, dass genügend Menschen eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen und richtig damit umgehen. Das RKI rät, die Bedeckung durchgehend eng anliegend über Mund und Nase zu tragen. Weitere Hinweise lesen Sie im nebenstehenden Kasten.

Hygiene weiterhin wichtig

Das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung dürfe jedoch auf keinen Fall ein trügerisches Sicherheitsgefühl erzeugen und dazu führen, dass die zentralen Hygienemaßnahmen vernachlässigt werden: Dazu zählt weiterhin regelmäßiges und gründliches Händewaschen, richtiges Husten und Niesen sowie Abstand zu anderen Personen zu halten. Das seien laut RKI die effektivsten Schutzmaßnahmen im Alltag. Auch Händeschütteln solle unterlassen werden.

Wichtig bleibt auch weiterhin: Wer sich krank fühlt, sollte unbedingt zu Hause bleiben und Kontakt zu anderen Menschen meiden. Allerdings: Nicht jeder, der mit SARS-CoV-2 infiziert ist, bemerkt das auch. Auch mit keinen oder milden Symptomen sind die Betroffenen jedoch ansteckend. Studien zeigen zudem, dass Infizierte bereits ein bis drei Tage vor dem ersten Auftreten der Symptome ansteckend sind. In diesen Fällen könnte das vorsorgliche Tragen eines Mundschutzes dazu beitragen, das Übertragungsrisiko zu vermindern. Eine solche Schutzwirkung ist laut RKI bisher zwar bislang nicht wissenschaftlich belegt, sie erscheint aber plausibel.

NK/RF

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