30 verschiedene pflanzliche Lebensmittel in einer Woche sollen die Vielfalt der Darmflora fördern. Hinter dem Trend der sogenannten Plant Points steckt eine Studie mit mehr als 10.000 Teilnehmern. Das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) erklärt, wie das Konzept funktioniert und was wissenschaftlich belegt ist.
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Pflanzenpunkte, auch Plant Points genannt, zu sammeln ist ein Ernährungstrend, der mehr pflanzliche Vielfalt im Alltag fördern soll. Die Idee: Innerhalb einer Woche 30 verschiedene pflanzliche Lebensmittel essen, um die Darmflora positiv zu beeinflussen. Denn nicht die Menge eines einzelnen Lebensmittels ist oft entscheidend, sondern die Vielfalt auf dem Teller.
Mit diesen Lebensmitteln sammeln Sie Pflanzenpunkte
Ein Pflanzenpunkt entspricht dabei einem pflanzlichen Lebensmittel. Dazu zählen Obst und Gemüse – egal ob frisch, tiefgekühlt, fermentiert, roh oder gegart –, Vollkorngetreide und Pseudogetreide wie Hafer, Roggen, Quinoa oder Buchweizen, Hülsenfrüchte, Nüsse sowie Samen und Kerne. Auch Kräuter und Gewürze werden je nach Menge anteilig angerechnet.
Jedes Lebensmittel zählt allerdings nur einmal pro Woche. Es gibt keine Pflanzenpunkte dafür, dieselbe Pflanze zweimal zu essen. Tomaten im Salat und später in der Pastasoße ergeben also trotzdem nur einen Plant Point. Weißbrot, helle Nudeln oder weißer Reis werden hingegen nicht berücksichtigt, da ihnen die ballaststoffreichen Bestandteile des Korns fehlen.
So sammeln Sie schnell 30 Plant Points
Besonders leicht lassen sich Pflanzenpunkte laut BZfE mit abwechslungsreichen Mahlzeiten sammeln. Ein Müsli aus Haferflocken, Leinsamen, Walnüssen und Apfel bringt bereits vier Punkte. Eine Gemüsepfanne mit Paprika, Zucchini, Tomaten, Zwiebeln und Naturreis liefert gleich fünf. Wer anschließend bei Obst, Gemüse und Beilagen immer wieder variiert, zum Beispiel den Apfel durch Banane, Beeren oder Trauben ersetzt oder ein Brot zusätzlich mit Gurken- oder Radieschenscheiben versieht, erreicht das Wochenziel oft schneller als gedacht.
Warum Forscher 30 verschiedene Pflanzen empfehlen
Das Konzept geht unter anderem auf das American Gut Project zurück. In der Beobachtungsstudie mit mehr als 10.000 Teilnehmenden hatten Menschen, die mehr als 30 verschiedene pflanzliche Lebensmittel pro Woche aßen, im Durchschnitt eine vielfältigere Darmflora. Daraus lässt sich allerdings nicht ableiten, dass allein die Pflanzenvielfalt dafür verantwortlich ist.
Vielfalt ist wichtiger als das Punktesammeln
Das BZfE sieht aber auch Schwächen. Zum einen liegt nicht jedem das Punktezählen, zum anderen sagen unterschiedliche pflanzlichen Lebensmittel noch nichts über die Qualität der gesamten Ernährung aus. Aus ernährungswissenschaftlicher Sicht stehe daher weniger das Punktesammeln als vielmehr die Botschaft dahinter im Vordergrund: Eine abwechslungsreiche Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Hülsenfrüchten, Vollkornprodukten, Nüssen und Samen versorgt den Körper mit einer breiten Palette an Nährstoffen und unterstützt eine gesunde Darmflora – auch ohne jeden Pflanzenpunkt mitzuzählen.