Akutes Leberversagen

ABDATA Pharma-Daten-Service  |  30.12.2025 00:00 Uhr

Akutes Leberversagen ist ein seltenes, lebensbedrohliches Krankheitsbild, bei dem die Leber plötzlich ihre lebenswichtigen Funktionen verliert. Typisch sind eine gestörte Blutgerinnung und eine hepatische Enzephalopathie, also eine durch die schwere Lebererkrankung verursachte Störung der Gehirnfunktion. Das akute Leberversagen tritt meist bei Menschen ohne zuvor bekannte chronische Lebererkrankung auf und erfordert eine sofortige medizinische Behandlung.

Inhaltsverzeichnis

Krankheitsbild

Ein akutes Leberversagen ist ein seltenes, aber lebensbedrohliches Krankheitsbild, bei dem die Leber plötzlich ihre lebenswichtigen Funktionen nicht mehr erfüllen kann. Dabei tritt der Funktionsverlust meist bei Menschen auf, die zuvor keine bekannte chronische Lebererkrankung hatten. In Deutschland entwickeln nur wenige hundert Menschen pro Jahr ein akutes Leberversagen. Typisch ist ein rascher Ausfall wichtiger Leberleistungen. Kennzeichnend für das Krankheitsbild sind unter anderem eine gestörte Blutgerinnung sowie eine sogenannte hepatische Enzephalopathie - eine Störung der Gehirnfunktion infolge der schweren Lebererkrankung.

Symptome/Verlauf

Typische Beschwerden bei akutem Leberversagen können sich rasch entwickeln und verschiedene Organsysteme betreffen. Häufig treten mehrere der folgenden Symptome gleichzeitig auf:

  • Gelbsucht (Ikterus): Haut und Augen verfärben sich gelb.
  • Störungen der Blutgerinnung: Dadurch kann es zu verstärkten Blutungen oder Einblutungen unter der Haut kommen.
  • Hepatische Enzephalopathie: Eine durch die Lebererkrankung verursachte Störung der Gehirnfunktion mit Konzentrationsproblemen, Verwirrtheit oder Bewusstseinsstörungen.
  • Zunehmende Müdigkeit und starkes Schlafbedürfnis: Im weiteren Verlauf kann dies bis zu einem Leberkoma führen.
  • Typischer Atemgeruch: Ein süsslich-muffiger Geruch nach roher Leber.
  • Kreislaufveränderungen: Blutdruckabfall und beschleunigte Atmung können auftreten.

Folgen/Komplikationen

Ein akutes Leberversagen kann schwerwiegende Folgen haben, da die Leber an vielen lebenswichtigen Stoffwechselprozessen beteiligt ist. Durch die eingeschränkte Entgiftungsfunktion können sich giftige Stoffwechselprodukte im Körper ansammeln und das Gehirn schädigen. Ausserdem führen Störungen der Eiweissproduktion zu einer erhöhten Blutungsneigung. Häufig können auch weitere Organe in Mitleidenschaft gezogen werden und es kann sich ein Multiorganversagen entwickeln. Aufgrund des lebensbedrohlichen Verlaufs müssen Betroffene meist intensivmedizinisch überwacht und behandelt werden.

Ursachen/Risikofaktoren

Die Ursachen für ein akutes Leberversagen sind vielfältig. Häufige Auslöser sind bestimmte Medikamente oder Vergiftungen etwa eine Überdosierung von Paracetamol oder andere leberschädigende Substanzen. Auch Vergiftungen durch giftige Pilze sowie Alkoholmissbrauch können eine schwere Leberschädigung verursachen. Auch Virusinfektionen der Leber, insbesondere durch Hepatitis- aber auch andere Viren, können eine akute schwere Schädigung des Organs verursachen. Daneben kommen weitere Ursachen wie autoimmune Lebererkrankungen oder seltene Stoffwechselerkrankungen wie Morbus Wilson hinzu infrage. Für eine erfolgreiche Behandlung ist es wichtig, die zugrunde liegende Ursache möglichst schnell zu erkennen.

Das kann helfen

Das macht der Arzt: Ein akutes Leberversagen ist ein medizinischer Notfall und muss sofort im Krankenhaus behandelt werden. Die Therapie richtet sich vor allem nach der Ursache der Leberschädigung. Ärzte versuchen zunächst, den Auslöser zu behandeln oder zu beseitigen und die lebenswichtigen Funktionen des Körpers zu stabilisieren. Betroffene werden meist auf einer Intensivstation überwacht. In einigen Fällen kann sich die Leber wieder erholen; wenn dies nicht gelingt, kann eine Lebertransplantation notwendig werden.
Das kann man selbst tun: Für Betroffene ist vor allem wichtig, bei entsprechenden Beschwerden schnell medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen und mögliche leberschädigende Substanzen - etwa Medikamente in zu hoher Dosierung oder Drogen - zu vermeiden.

Quellenangaben:
Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)

Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

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