GesundheitspolitikBeratung

Heute streiken Apotheken in mehreren Bundesländern

ABDA/NK  |  19.10.2022

Am 19. Oktober schließen Apotheken in mehreren Bundesländern aus Protest gegen die Sparpläne der Bundesregierung ihre Türen. Der Streik-Ankündigung aus dem Saarland haben sich auch Schleswig-Holstein, Hamburg und Brandenburg angeschlossen.

Foto von Apotheke.
In mehreren Bundesländern wollen Apotheken in der kommenden Woche streiken.
© ABDA

Unter dem Motto „Apotheken protestieren, um auch in Zukunft für Sie da zu sein“ ruft der Saarländische Apothekerverein seine Mitglieder dazu auf, am 19. Oktober 2022 ab 12 Uhr die Apotheken zu schließen. Nur Notdienstapotheken sollen dann die Versorgung aufrechterhalten. Der Streik-Ankündigung aus dem Saarland haben sich nun auch Schleswig-Holstein, Hamburg und Brandenburg angeschlossen.

Grund für den Streik ist das sogenannte GKV-Finanzstabilisierungsgesetz, das eine Reduzierung der Apothekenhonorierung vorsieht. Dies würde für die von jahrelangem Vergütungsstillstand und steigenden Personalkosten gebeutelten Apotheken eine weitere drastische Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation bedeuten, teilte der Saarländische Apothekerverein am heutigen Mittwoch in einer aktuellen Pressemitteilung mit. Das Datum des Streiks ist nicht zufällig gewählt: Einen Tag später, am 20. Oktober, soll im Bundestag die entscheidende Abstimmung zum GKV-Finanzstabilisierungsgesetz stattfinden.

Viele Apotheken vor dem wirtschaftlichen Ruin

„Die Vergütung für die Abgabe von rezeptpflichtigen Arzneimitteln im Rahmen der Gesetzlichen Krankenversicherung ist seit fast zehn Jahren nicht mehr angepasst worden, was zur Folge hatte, dass allein in den letzten zehn Jahren 15 Prozent aller saarländischen Apotheken für immer ihre Türen schließen mussten“, sagte Susanne Koch, Vorsitzende des Saarländischen Apothekervereins. „Überfällige höhere Tarifabschlüsse für die Angestellte, explodierende Energiepreise und die Inflation belasten die Apotheken zusätzlich. Die Apotheken in dieser Situation mit weiteren Honorarabschlägen belegen zu wollen ist der versorgungspolitische Obergau“, so Koch weiter. Koch erklärte weiter, dass viele Apotheken vor dem wirtschaftlichen Ruin stünden. Mit der Protestaktion solle der Politik klargemacht werden, wie versorgungsrelevant Apotheken seien und welche Folgen es haben könne, wenn immer mehr Apotheken schließen müssen, so Koch.

Für entstehende Unannehmlichkeiten bei den Patientinnen und Patienten entschuldige sie sich bereits jetzt. „Ich darf aber versichern, dass die Arzneimittelversorgung im Saarland trotz der Schließung der Apotheken gesichert ist. Alle für die apothekerliche Dienstbereitschaft eingeteilten Apotheken sind von der Protestaktion ausdrücklich ausgenommen“, sagte Koch. Schließlich solle der Protest zwar deutlich, aber nicht auf dem Rücken der Patienten austragen werden.

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