Brustkrebs und Vorhofflimmern betreffen unterschiedliche Organe. Dennoch weist eine internationale Analyse darauf hin, dass beide Krankheiten dieselben beeinflussbaren Risikofaktoren haben. Besonders deutlich zeigte sich der Zusammenhang bei Alkohol und Rauchen.
204 Länder untersucht: Diese Risikofaktoren traten besonders häufig auf
Für die Studie analysierten Forschende der Peking University Gesundheitsdaten von Frauen ab 55 Jahren aus 204 Ländern und Regionen. Berücksichtigt wurden 58 mögliche Einflussfaktoren von Gesundheit, Verhalten und Lebensstil, darunter Rauchen, Alkoholkonsum, Body-Mass-Index und körperliche Aktivität. In rund 40 Prozent der untersuchten Länder traten Brustkrebs und Vorhofflimmern ähnlich häufig auf. Besonders betroffen waren wohlhabende westliche Länder wie die USA, Kanada, Australien sowie zahlreiche europäische Staaten.
Alkohol und Rauchen stehen mit beiden Krankheiten in Zusammenhang
Nach Berücksichtigung verschiedener Einflussgrößen zeigte sich: Vor allem Alkohol und Tabakkonsum standen mit höheren Erkrankungsraten für beide Krankheiten in Zusammenhang. Den Berechnungen zufolge war Alkoholkonsum weltweit für rund 9 Prozent der Brustkrebs-Krankheitslast mitverantwortlich und für rund 8 Prozent bei Herzrhythmusstörungen. Den Berechnungen zufolge könnte eine Verringerung des Alkoholkonsums das Brustkrebsrisiko weltweit um rund 15 Prozent und das Risiko für Vorhofflimmern oder -flattern um etwa 12 Prozent senken. Auch der Verzicht auf das Rauchen dürfte einen erheblichen Beitrag zur Prävention leisten.
Nicht nur Alkohol: Weitere gemeinsame Risikofaktoren
Die Forschenden führen die höheren Erkrankungsraten in westlichen Industrieländern nicht nur auf Alkohol und Rauchen zurück. Auch Übergewicht, Bewegungsmangel und eine ungesunde Ernährung könnten dazu beitragen, dass sowohl Herz-Kreislauf-Erkrankungen als auch Krebs häufiger auftreten. Die Ergebnisse unterstreichen, wie eng die Herzgesundheit und Krebs miteinander verbunden sind und wie wichtig ein gesunder Lebensstil für die Vorbeugung beider Erkrankungen ist. Besonders Frauen ab 55 Jahren könnten ihr Risiko demnach durch weniger Alkohol, Rauchverzicht, Bewegung und ein gesundes Körpergewicht gleichzeitig für beide Erkrankungen senken.
Studie zeigt Zusammenhänge, keine Ursache
Auch wenn die Analyse keine Ursache-Wirkungs-Beziehung belegt, sprechen die Ergebnisse dafür, bekannte Risikofaktoren wie Rauchen, Alkohol, Übergewicht und Bewegungsmangel stärker gemeinsam in der Krebs- und Herzprävention zu berücksichtigen.
Quelle: DOI 10.1161/JAHA.125.047762