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Eine Stunde früher ins Bett beugt Depressionen vor

Dr. Karen Zoufal  |  02.06.2021

In einer neuen Studie zeigen Wissenschaftler, dass das Risiko für eine schwere Depression um fast ein Viertel sinkt, wenn man regelmäßig eine Stunde eher schlafen geht und früher aufsteht. Das berichten sie in der Zeitschrift „JAMA Psychiatry“.

Junge Frau, liegt im Bett und schläft.
Eine Studie eher ins Bett und früher aufstehen: Auf diese Weise lässt sich das Risiko für Depressionen senken.
© millann/iStockphoto

Forscher haben sich gefragt, ob Personen, die eine erbliche Veranlagung zum Frühaufstehen haben, seltener an Depressionen leiden. Dies konnten sie klar bejahen: Pro Stunde, die der Schlafmittelpunkt (die halbe Zeit zwischen Schlafengehen und Aufwachen) nach vorn verlegt wurde, sank das Risiko für eine schwere Depression um 23 Prozent. Das würde bedeuten, dass jemand, der normalerweise um 1 Uhr morgens schlafen geht, sein Risiko um nahezu ein Viertel senken könnte, wenn er stattdessen um Mitternacht ins Bett geht und die gleiche Dauer schläft. Wenn diese Person schon um 23 Uhr schlafen geht, könnte es sich sogar um 40 Prozent reduzieren.

Die Studie mit 840.000 Teilnehmern liefert einen der bisher stärksten Beweise dafür, dass der typische Tagesrhythmus einer Person das Risiko für eine Depression beeinflusst. Schon zuvor hatten Beobachtungsstudien gezeigt, dass Nachtschwärmer doppelt so häufig an Depressionen leiden wie Frühaufsteher – unabhängig davon, wie lange sie schlafen.

Warum das so ist, lässt sich nicht genau sagen. Möglicherweise beeinflusst Tageslicht die Ausschüttung von Hormonen, die sich auf die Stimmung auswirken. Es ist aber auch denkbar, dass ein später Tagesrhythmus in einer Gesellschaft, die auf Morgenmenschen ausgelegt ist, ständig das Gefühl einer Fehlausrichtung vermittelt und auf diese Weise Depressionen begünstigt.

Man kennt mittlerweile mehr als 340 genetische Varianten, die den Chronotyp einer Person beeinflussen – also ob man eher ein Frühaufsteher oder ein Langschläfer ist. Die Erbanlagen bestimmen schätzungsweise 12 bis 42 Prozent dieser Vorlieben.

Quelle: 10.1001/jamapsychiatry.2021.0959

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