Bislang gibt es neben vielen Tabletten, Retardtabletten und Hartkapseln nur eine kindergerechte Methylphenidat-Formulierung, nämlich als Saft. Nun steht auch eine retardierte Alternative zur Verfügung, das heißt, dass die Wirkung verzögert eintritt. Das Präparat ist in drei Wirkstärken auf dem Markt zu finden: 20, 30 und 40 mg Retard-Kautabletten. Zugelassen sind sie als Teil eines umfassenden Behandlungsprogramms für Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 6 bis 17 Jahren, wenn sich Abhilfemaßnahmen allein als unzureichend erweisen.
Das ist bei der Einnahme zu beachten
Die Kautabletten sollen einmal täglich eingenommen werden und müssen gut gekaut werden. Sie dürfen nicht im Ganzen oder zerkleinert geschluckt werden. Die 20- und 30-mg-Varianten sind über eine Bruchkerbe teilbar, sodass eine individuelle Dosierung möglich ist. Die Einnahme ist ohne Flüssigkeit möglich.
Der Hersteller verspricht eine schnelle und anhaltende Symptomkontrolle bis zu acht Stunden nach der Einnahme. 30 Prozent des Wirkstoffs werden sofort freigesetzt für eine Wirkung innerhalb von 45 Minuten; die restlichen 70 Prozent werden verlängert freigesetzt. Zu den Nebenwirkungen: In der großen Studie zur Zulassung (Phase-III-Studie) traten nicht mehr unerwünschte Ereignisse auf als mit einem Scheinmedikament.