Hypercalciämie (Tumorinduziert)

ABDATA Pharma-Daten-Service  |  19.03.2026 00:00 Uhr

Hyperkalzämie ist eine Störung des Mineralstoffhaushalts, bei der der Kalziumspiegel im Blut erhöht ist. Häufige Ursachen sind eine Überfunktion der Nebenschilddrüsen oder Tumorerkrankungen. Leicht erhöhte Werte bleiben oft zunächst ohne Beschwerden, während stärkere Erhöhungen unter anderem Müdigkeit, Magen-Darm-Beschwerden oder vermehrten Durst verursachen können. Unbehandelt kann eine ausgeprägte Hyperkalzämie zu Komplikationen wie Nierensteinen, Herzrhythmusstörungen oder einer hyperkalzämischen Krise führen.

Inhaltsverzeichnis

Krankheitsbild

Eine Hyperkalzämie ist eine Störung des Mineralstoffhaushalts, bei der der Kalziumspiegel im Blut zu hoch ist. Kalzium ist ein wichtiger Mineralstoff, der unter anderem für Knochen, Muskeln und Nerven wichtig ist. Der Körper hält den Kalziumspiegel normalerweise sehr genau im Gleichgewicht. Gerät diese Regulation aus dem Gleichgewicht, kann sich zu viel Kalzium im Blut ansammeln. Grund ist häufig eine vermehrte Bildung an Parathormon, das dafür sorgt, dass Kalzium aus den Knochen gelöst und durch die Nieren zurückbehalten wird. Bei leicht erhöhten Werten spüren Betroffene in der Regel keine Symptome. Stark erhöhte Werte haben unbehandelt ernstzunehmende Folgen.

Symptome/Verlauf

Die Beschwerden hängen vor allem davon ab, wie stark und wie schnell der Kalziumspiegel ansteigt. Entwickelt sich die Störung langsam, bleiben Betroffene manchmal lange ohne auffällige Symptome. Steigt der Kalziumspiegel schneller oder stärker an, treten häufiger Beschwerden auf. Typische Symptome können Müdigkeit, Muskelschwäche und Konzentrationsstörungen sein. Auch Beschwerden im Magen-Darm-Bereich wie Übelkeit, Erbrechen oder Verstopfung kommen vor. Häufig berichten Betroffene zudem über vermehrtes Wasserlassen und starken Durst. In schweren Fällen kann es zu Verwirrtheit oder Bewusstseinsstörungen kommen.

Folgen/Komplikationen

Bleibt eine Hyperkalzämie länger bestehen oder wird sie sehr ausgeprägt, kann sie verschiedene Organe schädigen. In den Nieren können sich Kalziumablagerungen bilden, die zu Nierensteinen oder zu einer Einschränkung der Nierenfunktion führen. Ausserdem kann der erhöhte Kalziumspiegel das Nervensystem und das Herz beeinflussen. Möglich sind zum Beispiel Herzrhythmusstörungen oder zunehmende Bewusstseinsstörungen. In seltenen Fällen kann sich eine sogenannte hyperkalzämische Krise entwickeln. Dabei handelt es sich um eine lebensbedrohliche Situation mit starken Beschwerden wie Erbrechen, Austrocknung und schweren Bewusstseinsstörungen.

Ursachen/Risikofaktoren

Die Ursachen einer Hyperkalzämie sind vielfältig. In den meisten Fällen liegt entweder eine Überfunktion der Nebenschilddrüsen (primärer Hyperparathyreoidismus) oder eine Tumorerkrankung zugrunde. Dadurch bildet der Körper vermehrt Parathormon oder baut durch Tumore mehr Kalzium aus den Knochen ab. Zusammen machen diese beiden Ursachen den grössten Teil der Fälle aus. Weitere mögliche Ursachen sind zum Beispiel eine stark erhöhte Zufuhr von Vitamin D oder Kalziumpräparaten, bestimmte Medikamente oder andere Erkrankungen, die den Kalziumstoffwechsel beeinflussen.

Das kann helfen

Das macht der Arzt: Zur Diagnose misst der Arzt zunächst den Kalziumspiegel im Blut und untersucht weitere Laborwerte, zum Beispiel das Parathormon, um die Ursache der Hyperkalzämie festzustellen. Je nach Schweregrad kann die Behandlung unterschiedliche Massnahmen umfassen. Häufig werden zunächst Flüssigkeit und Medikamente eingesetzt, die den Kalziumspiegel senken oder den Knochenabbau hemmen. In schweren Fällen kann eine Behandlung im Krankenhaus erforderlich sein.
Das kann man selbst tun: Da eine Hyperkalzämie meist die Folge einer anderen Erkrankung ist, stehen vor allem die medizinische Abklärung und Behandlung im Vordergrund. Wichtig ist, auffällige Blutwerte ernst zu nehmen und ärztlich kontrollieren zu lassen. Vitamin D und Kalziumpräparate sollten generell nur in der empfohlenen Dosis aufgenommen werden.

Quellenangaben:
Thews, Mutschler, Vaupel, Anatomie, Physiologie und Pathophysiologie des Menschen, WVG, (2007), 5. Aufl. - Mutschler, Arzneimittelwirkungen, Wiss.Verl.-Ges., (2008), Aufl. 9 - Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage

Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

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