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Ibu, Diclo & Co.: Schmerzmittel sind in der Schwangerschaft riskant

Dr. Karen Zoufal  |  01.07.2021

Frauen, die in der Schwangerschaft rezeptfreie Schmerzmittel einnehmen, bekommen mit einer etwa 50 Prozent höheren Wahrscheinlichkeit ein Baby mit gesundheitlichen Problemen. Das umfasst beispielsweise das Risiko einer Frühgeburt, einer Totgeburt oder körperlicher Fehlbildungen.

Schwangere Frau hält in der einen Hand ein Schmerzmittel und in der anderen Hand ein Glas Wasser.
Ob und welche Arzneimittel in der Schwangerschaft unbedenklich sind, dazu beraten Arzt und Apotheker.
© LittleBee80/iStockphoto

Eine Auswertung von mehr als 150.000 Schwangerschaften aus 30 Jahren zeigt, dass fast drei von zehn Frauen während der Schwangerschaft rezeptfreie Schmerzmittel eingenommen hatten. In den letzten sieben Jahren des Studienzeitraums ist ihr Anteil sogar auf 60 Prozent angewachsen, hat sich also mehr als verdoppelt.

Dabei ließ sich ein Zusammenhang mit Gesundheitsrisiken für das Baby kurz nach der Geburt beobachten: Fehlbildungen am Rücken oder bei Jungen an der Harnröhre, die Aufnahme auf eine Neugeborenenstation, Totgeburten, Frühgeburten, ein schlechterer Gesundheitszustand direkt nach der Geburt (APGAR-Wert < 7 nach 1 und 5 Minuten) sowie ein geringes oder zu hohes Geburtsgewicht kamen häufiger vor, wenn die werdenden Mütter mindestens eines der fünf Schmerzmittel Paracetamol, Acetylsalicylsäure, Diclofenac, Naproxen und Ibuprofen eingenommen hatten.

Aikaterini Zafeiri von der Universität in Aberdeen präsentierte diese Ergebnisse auf der 37. Jahrestagung der Europäischen Gesellschaft für Humanreproduktion und Embryologie. Sie warnt vor dem leichten Zugang nicht verschreibungspflichtiger Schmerzmittel in Kombination mit falschen Informationen, die beispielsweise im Internet kursieren: Die erhöhte Wahrscheinlichkeit von Gesundheitsproblemen bei Neugeborenen im Zusammenhang mit gängigen Schmerzmitteln wie Acetylsalicylsäure und Ibuprofen zeige an, dass die Richtlinien für schwangere Frauen überdacht werden sollten.

Für diese Analyse wurden Daten aus Aberdeen von 151.141 Schwangerschaften zwischen 1985 und 2015 verwendet. Als Schwächen der Studie räumen die Autoren ein, dass Informationen über den Schmerzmittelgebrauch nur auf den Aussagen der Mütter beruhte und keine Details dazu bekannt waren. Darüber hinaus wurde nur die Gesundheit der Kinder kurz nach der Geburt betrachtet. Langzeitdaten zu ihrer weiteren Entwicklung lagen nicht vor.

Quelle: Zusammenfassung der Präsentation 

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