Ingwer gilt seit Jahrhunderten als Hausmittel – doch was sagt die moderne Forschung? Eine aktuelle Studie bündelt erstmals die Ergebnisse mehrerer Übersichtsarbeiten. Das Ergebnis: Bei einigen Beschwerden und Erkrankungen zeigt die Knolle messbare Effekte.

Die systematische Übersichtsarbeit im Fachmagazin „Frontiers in Pharmacology“ fasst Meta-Analysen aus den Jahren 2010 bis 2025 zusammen. Im Fokus stehen vier zentrale Bereiche: Entzündungen, Typ-2-Diabetes, oxidativer Stress und Schwangerschaftsübelkeit.
Mehrere Auswertungen zeigen, dass Ingwer Entzündungsmarker wie CRP und TNF-α deutlich senken kann. Gleichzeitig verbesserten sich bei Menschen mit Typ-2-Diabetes wichtige Blutzuckerwerte, darunter HbA1c und Nüchternblutzucker. Das spricht für einen potenziellen Nutzen im Stoffwechsel – besonders bei chronischen Erkrankungen.
Auch beim sogenannten oxidativen Stress, der an Alterungsprozessen und vielen Krankheiten beteiligt ist, gibt es positive Hinweise. Ingwer reduzierte schädliche Abbauprodukte und stärkte körpereigene antioxidative Enzyme. Damit könnte die Knolle helfen, Zellschäden zu begrenzen.
Für Schwangere ist die Datenlage besonders relevant: Ingwer kann Übelkeit spürbar lindern. Die Häufigkeit von Erbrechen wurde dagegen nicht eindeutig reduziert. Insgesamt gilt Ingwer hier als mögliche, eher gut verträgliche Option, auch wenn Nebenwirkungen wie Aufstoßen vorkommen können.
In den Studien kamen meist 1 bis 3 Gramm täglich zum Einsatz, etwa bei Entzündungen oder Diabetes. Bei Schwangerschaftsübelkeit lagen die Dosen bei 0,5 bis 1,5 Gramm und wurden über den Tag verteilt eingenommen.
Die Ergebnisse fallen insgesamt positiv aus. Gleichzeitig weisen die Autoren auf Unterschiede zwischen den Studien und mögliche Verzerrungen hin. Klar ist: Ingwer kann gesundheitlich relevant sein, aber nur als Ergänzung zur ärztlich verordneten Therapie.
Quelle: DOI 10.3389/fphar.2025.1619655
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