BerufHaut, Zähne & Schönheit

Job beibehalten trotz beruflicher Hautkrankheit

Dr. Karen Zoufal  |  16.02.2021

Früher musste man den Beruf aufgeben, wenn eine beruflich bedingte Hautkrankheit als Berufskrankheit anerkannt werden sollte. Das ist seit Anfang 2021 nicht mehr der Fall. Experten der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft e.V. (DDG) weisen jedoch darauf hin, dass das altbewährte „Hautarztverfahren“ seine Berechtigung behalten sollte, damit keine Versorgungslücken entstehen.

Mann, putzt Fenster.
In einigen Branchen sind Mitarbeiter besonders häufig von Hautkrankheiten betroffen, vor allem von Handekzemen.
© RossHelen/iStockphoto

Eine gute Nachricht für alle, deren Haut durch ihren Beruf im Gesundheitswesen, Friseurgewerbe, in der Metallindustrie, in Reinigungsbetrieben oder der Gastronomie Belastungen ausgesetzt ist, die zu Hautrissen, Entzündungen, Bläschen und Schmerzen führen: Die Anerkennung als Berufskrankheit erfordert nicht mehr, dass man die Tätigkeit aufgeben muss. Das machte eine Änderung des Berufskrankheitenrechts zum 1. Januar 2021 möglich.

Dermatologen rechnen nun mit einem massiven Anstieg bei den schweren oder wiederholt rückfälligen Hauterkrankungen, die unter dem Kürzel BK 5101 geführt werden. 2019 wurden von fast 20.000 Verdachtsfällen nur 383, also weniger als zwei Prozent, anerkannt. „Wenn jetzt die Anerkennungsquote für die BK 5101 in die Tausende geht, wird sich das ganz erheblich auf die dermatologische Versorgung auswirken, da in all diesen Fällen dann die gesetzliche Unfallversicherung dauerhaft für die Behandlung zuständig ist“, erklärt der Dermatologe Professor Dr. Christoph Skudlik von der Universität Osnabrück.

Da ein Feststellungsverfahren für Berufskrankheiten Monate dauern kann, hat die gesetzliche Unfallversicherung bereits erklärt, das bisherige Hautarztverfahren auch bei Anzeigen für Berufskrankheiten gemeinsam mit den Hautärztinnen und Hautärzten fortsetzen zu wollen. Skudlik sieht dies positiv: „Wenn berufsbedingte Hauterkrankungen zu spät erkannt und behandelt werden, kann die Heilung sehr lange dauern. Früh intervenieren ist das Handlungsgebot.“

Quelle: DOI 10.5414/DBX00396

Das könnte Sie auch interessieren

Medikamente ohne Zuzahlung

Alle zwei Wochen neu: die aktuelle Liste der zuzahlungsfreien Arzneimittel.

Anzeige
Anzeige

Hepatitis-Risiko im Urlaub

Im Video-Interview mit einer Betroffenen gibt Prof. Dr. med. Karl-Heinz Herbinger, Experte für…

Arzneimitteldatenbank

Medikamenten-Name oder Wirkstoff eingeben für mehr Informationen.

Podcast "gecheckt!"
Junge Frau, sitzt auf einem Stuhl und macht sich Notizen.
Gesellschaft

Podcast: Gut vorbereitet zum Arzt

Die meisten von uns kennen es: Manchmal muss man lange auf einen Termin beim Arzt warten, und kaum…

Telepharmazie

Sie suchen eine Apotheke mit Telepharmazieangebot?

Krankheiten von A - Z

In diesem Lexikon finden Sie umfassende Beschreibungen von etwa 400 Krankheitsbildern

Neue Apotheken Illustrierte

Alle 14 Tage neu in Ihrer Apotheke: Die NAI ist ein Magazin, das fundiert und leicht verständlich alle Fragen rund um die Gesundheit beantwortet.

nach oben
Notdienst finden