Kopfschmerzen, Übelkeit oder Bauchschmerzen zählen zu Nebenwirkungen, die sehr häufig bei Semaglutid auftreten können. Eine aktuelle Studie zeigt nun, dass möglicherweise noch weitere Beschwerden als die bereits bekannten mit dem Abnehm-Medikament in Zusammenhang stehen. Menschen, die GLP1-Inhibitoren genutzt hatten, berichteten in sozialen Medien häufig über unerwartete Symptome wie Menstruationsstörungen, Schüttelfrost und Hitzewallungen sowie Müdigkeit. Das ging aus einer Analyse von mehr als 400.000 Reddit-Einträgen von fast 70.000 Semaglutid-Nutzerinnen und Nutzern hervor, die Forscher von der University of Pennsylvania über einen Zeitraum von fünf Jahren erfasst hatten.
Bislang unbekannten Beschwerden auf der Spur
„Einige der von uns festgestellten Nebenwirkungen wie Übelkeit sind allgemein bekannt“, sagt Sharath Chandra Guntuku, leitender Autor der Studie. Das zeige, dass die Methode reale Effekte erkenne. Andere von den Nutzern diskutierte Symptome waren neu und unerwartet. Zum Beispiel solche, die mit der Menstruation zu tun hatten. Fast 4 Prozent der Nutzerinnen, die Nebenwirkungen meldeten, beschrieben auch Symptome wie unregelmäßige Menstruationszyklen, Zwischenblutungen oder starke Blutungen. Andere Nutzerinnen und Nutzer berichteten von Schüttelfrost oder Kältegefühl beziehungsweise von Hitzewallungen oder fieberähnlichen Empfindungen.
Müdigkeit häufiger als in klinischen Studien
Auch Müdigkeit trat offenbar bei sehr vielen Nutzern der Abnehmspritze auf. Sie rangierte bei den Social-Media-Einträgen auf Platz zwei der am häufigsten gemeldeten Symptome. In vielen klinischen Studien sei Müdigkeit als Nebenwirkung zwar genannt worden, aber weniger prominent aufgetreten, berichten die Studienautoren.
Studie liefert Hinweise, aber keine Beweise
Sie betonen, dass die Studie nicht beweist, dass die Medikamente die online diskutierten Symptome tatsächlich verursacht haben. Vielmehr weisen die Ergebnisse auf Muster hin, die weitere Untersuchungen rechtfertigen könnten. Klinische Studien identifizieren in der Regel die gefährlichsten Nebenwirkungen von Medikamenten. Dass in sozialen Medien noch andere Beschwerden diskutiert werden, könnte daran liegen, dass Menschen in einem solchen Rahmen Bedenken zum Ausdruck bringen, die sie bei einem Arzt vielleicht nicht ansprechen.
Quelle: DOI 10.1038/s44360-026-00108-y