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Abnehmspritze kann schwere Magen-Darm-Störungen verursachen

ZOU  |  10.10.2023

Bei den landläufig als „Abnehmspritze“ bezeichneten Arzneimitteln, handelt es sich ursprünglich um Diabetesmedikamente. Sie helfen nachweislich, das Gewicht zu verringern, können aber schwere Magen-Darm-Probleme hervorrufen, z. B. eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse oder einen Darmverschluss.

Ärztin im Gespräch mit Patientin.
Zum Abnehmen können Ärzte bestimmte Diabetesmedikamente verordnen.
© nortonrsx/iStockphoto

GLP-1-Rezeptor-Agonisten wie der Wirkstoff Semaglutid helfen zwar beim Abnehmen, erhöhen aber auch die Wahrscheinlichkeit für teils schwerwiegende Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts. So war das Risiko einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse, die starke Schmerzen verursacht und in einigen Fällen einen Krankenhausaufenthalt und eine Operation erfordert, etwa neunmal höher. Ein Darmverschluss und eine Magenlähmung, bei der Nahrung schlechter vom Magen in den Dünndarm gelangt, wurden jeweils etwa viermal häufiger beobachtet. Es zeigte sich zudem eine Tendenz zu vermehrten Gallenwegserkrankungen.

Die Studie in der Fachzeitschrift JAMA ist die erste große Studie, die unerwünschte Nebenwirkungen des Verdauungstrakts bei Menschen ohne Diabetes untersucht hat, die die Medikamente speziell zur Gewichtsreduktion anwenden. „Obwohl sie selten sind, müssen diese unerwünschten Ereignisse von Patienten berücksichtigt werden, die darüber nachdenken, diese Medikamente zur Gewichtsabnahme zu verwenden“, sagte Mohit Sodhi von der Universität British Columbia in Vancouver.

GLP-1-Rezeptor-Agonisten wurden ursprünglich zur Behandlung von Typ-2-Diabetes entwickelt. Seit einiger Zeit sind solche Präparate zur Behandlung von Adipositas zugelassen, sodass ihre Verwendung deutlich zunimmt. „Es gab anekdotische Berichte über einige Patienten, die diese Medikamente zur Gewichtsreduktion verwendeten und sich dann mit wiederholten Episoden von Übelkeit und Erbrechen als Folge einer Magenlähmung vorstellten. Aber bislang gab es dazu keine Daten aus großen epidemiologischen Studien“, berichtete Prof. Dr. Mahyar Etminan. Deshalb hatte das Forschungsteam etwa 16 Millionen Personen ohne Diabetes untersucht, denen zwischen 2006 und 2020 Semaglutid oder Liraglutid zur Gewichtsabnahme verschrieben wurden. Sie verglichen die Häufigkeit von Magen-Darm-Erkrankungen mit Personen, die Präparate mit anderen Wirkstoffen zur Gewichtsabnehmen eingenommen hatten.

Quelle DOI 10.1001/jama.2023.19574

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