Psyche

Messie-Syndrom ist bei ADHS häufiger

ZOU  |  16.03.2022

Menschen mit einer Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS) neigen offenbar häufiger dazu, Dinge zu horten und zu sammeln. Diese Angewohnheit kann sich nachhaltig auf die Lebensqualität auswirken, wenn sie sich zu einem Messie-Syndrom auswächst.

Älterer Mann vor seinem Schreibtisch mit Papierchaos.
ADHS geht bei vielen Menschen mit einem zwanghaften Horten von Dingen einher.
© perinjo/iStockphoto

Fast jeder fünfte Mensch mit ADHS sammelt zwanghaft Dinge, berichten Forscher in der Zeitschrift „Journal of Psychiatric Research“. Das zwanghafte Horten kann sich durch Anhäufen von Gegenständen, Chaos und Schwierigkeiten beim Wegwerfen äußern und mit Schwierigkeiten im Alltag, Depressionen und Angstzuständen einhergehen.

Während sich frühere Studien zum zwanghaften Sammeln eher auf ältere Frauen konzentrierten, die aufgrund zunehmender Probleme selbst Hilfe gesucht hatten, zeigte sich hier, dass die Sammler in der ADHS-Gruppe im Durchschnitt in den Dreißigern waren und gleichermaßen beiden Geschlechtern angehörten. Von 88 Patienten einer ADHS-Klinik für Erwachsene horteten 19 Prozent zwanghaft Gegenstände – im Gegensatz zu 2 bis 3 Prozent in der Kontrollgruppe ohne ADHS. Unter den restlichen 81 Prozent der Teilnehmer mit ADHS gab es im Vergleich zur Kontrollgruppe ebenfalls eine ausgeprägtere Sammelleidenschaft, allerdings nicht in einem Ausmaß, das deren Leben beeinträchtigte.

Prof. Dr. Morein von der britischen Anglia Ruskin University sagte: „Die Hortungsstörung ist mehr als nur das Sammeln von zu vielen Besitztümern. Menschen, die zwanghaft Horten, füllen ihre Wohnbereiche mit so vielen Gegenständen und Unordnung, dass dies Auswirkungen auf ihr Alltagsleben hat und zu einer schlechteren Lebensqualität, Angstzuständen und Depressionen führt. Ein größeres Bewusstsein für den Zusammenhang zwischen ADHS und Horten könnte zu einem effektiveren Langzeitmanagement führen, da das Horten oft mit der Zeit allmählich zunimmt.“

Quelle: DOI 10.1016/j.jpsychires.2021.12.024

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