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Nahrungsergänzungsmittel sind für Gesunde meist überflüssig

ZOU  |  27.06.2022

In Deutschland nimmt etwa jeder Dritte, in den USA sogar jeder Zweite regelmäßig Vitamin- und Nährstoffpräparate ein. Viele erhoffen sich davon gesundheitsfördernde Effekte wie einen Schutz vor Krebs oder Herzkrankheiten. In den meisten Fällen scheint dies jedoch kaum oder gar nicht gegeben zu sein, wie Fachleute berichten.

Junge Frau, nimmt eine Vitamintablette.
In einigen Fällen sind Nahrungsergänzungsmittel durchaus sinnvoll: zum Beispiel bei einem Kinderwunsch oder in der Schwangerschaft.
© stefanamer/iStockphoto

Ein unabhängiges Expertengremium in den USA hat sich mit den Effekten von Nahrungsergänzungsmitteln befasst und die Ergebnisse aus wissenschaftlichen Studien zu deren Nutzen gesichtet. Dieser scheint ziemlich gering zu sein: „Die Ergebnisse […] deuten darauf hin, dass die meisten Vitamin- und Mineralstoff-Supplemente bei gesunden Erwachsenen ohne bekannten Nährstoffmangel keinen klinisch bedeutsamen Schutz vor kardiovaskulären Erkrankungen, vor Krebs oder Tod bieten“, schreiben die Fachleute in mehreren Artikel der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins „JAMA“.

Bei Multivitaminpräparaten konnten sie keine eindeutigen Effekte erkennen, deshalb sprachen sie sich weder für noch gegen eine Empfehlung aus. Auch bei der Einnahme von einzelnen Mineralien oder Vitaminen gab es kaum positive Wirkungen zu verzeichnen – mit wenigen Ausnahmen, deren Effekte aber keine bedeutsamen Ausmaße erreichten.

Anders sieht es bei Beta-Carotinen und Vitamin E aus: Hier wird die Einnahme zur Vorbeugung von Krebs oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen ausdrücklich nicht empfohlen, denn Studien zeigen, dass Beta-Carotine das Risiko für einen Tod durch Herz-Kreislauf-Krankheiten sowie die allgemeine Sterblichkeit erhöhen kann und besonders in Kombination mit Vitamin A das Risiko für Lungenkrebs steigert. Vitamin E scheint Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen nicht vorzubeugen.

Wichtig zu wissen ist, dass dies nur für gesunde und nicht-schwangere Personen gilt: Bei Vorerkrankungen, einem diagnostizierten Nährstoffmangel, Kinderwunsch und in der Schwangerschaft kann die Einnahme bestimmter Nährstoffe durchaus sinnvoll sein.

Quellen: DOI 10.1001/jama.2022.8970, 10.1001/jama.2021.15650, JAMA 2022; 327(23):2294–5

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