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Omikron: Krankenhausaufenthalte sind seltener

Lena Höppner  |  13.01.2022

Die Omikron-Variante des Coronavirus SARS-CoV-2 dominiert das Infektionsgeschehen und ist deutlich ansteckender als die Delta-Variante. Allerdings scheinen die Infektionen milder zu verlaufen, auch die Zahl der Krankenhauseinweisungen nimmt ab. Dies zeigen erste Daten aus England. Grund für eine Entwarnung gibt es jedoch nicht.

Junge Frau liegt mit Schnupfen auf der Couch
Infektionen mit der Omikron-Variante verlaufen meist milder. Trotzdem ist es wichtig, die geltenden Hygiene- und Abstandsregeln weiterhin einzuhalten.
© dragana991/iStockphoto

Bei Infektionen mit der Omikron-Variante reduziert sich das Risiko einer stationären Behandlung in Notfallambulanzen oder Krankenhäusern etwa um die Hälfte, so das vorläufige Ergebnis des britischen Gesundheitsministeriums. Darüber hinaus nehmen Notfalleinlieferungen bei der Omikron-Mutation verglichen mit der Delta-Variante um ein Drittel ab.

Der vollständige Impfschutz wirkt auch Hospitalisierungen aufgrund der Omikron-Variante entgegen. Im Vergleich zu den Nicht-Geimpften muss nach Erhalt der Booster-Impfung nur jeder neunte ins Krankenhaus. Allerdings nimmt die Wirksamkeit der Impfstoffe gegen die Omikron-Variante mit der Zeit ab. Nach 20 Wochen haben vollständig immunisierte mit dem Impfstoff von AstraZeneca keinen Schutz mehr. Bei den mRNA-Impfstoffen von BioNtech/Pfizer und Moderna sinkt der Schutz nach einem halben Jahr auf 20 Prozent. Durch die Booster-Impfung steigt die Wirksamkeit erneut auf 75 Prozent.

Für die Untersuchung werteten die Wissenschaftler der britischen Gesundheitsbehörde und der Universität in Cambridge Daten von je etwa einer halben Million Omikron- und Delta-Fällen aus, die bis Ende Dezember registriert wurden.

Tiermodell zeigt ähnliche Ergebnisse

Mäuse, die mit der Omikron-Mutation infiziert waren, zeigten ebenfalls deutlich seltener klinische Symptome als bei Infektionen mit anderen Virusvarianten, so das Ergebnis einer weiteren englischen Studie am Tiermodell. Zu Beginn der Infektionen zeigten alle Mäuse ähnliche Viruslasten. Zwei Tage nach der Infektion maßen die Wissenschaftler bei den Omikron-Mäusen 100-fach geringere Werte. Am vierten Tag stellten sie sich bei allen Mutationen auf ähnliche Werte ein. Die Viruslast der Omikron-Infektionen nahm dann aber gegen Ende schneller ab und die Mäuse erholten sich rascher.

Für die Studie der Abteilung für Infektionen Biologie und Mikrobiom der Universität in Liverpool, England verwendeten die Wissenschaftler spezielle transgene Mäuse. Bei diesen Tieren sind Abschnitte im Genom so verändert, dass sie sich mit dem Corona-Virus im selben Ausmaß wie beim Menschen infizieren können. „Kein Tiermodell kann mit absoluter Sicherheit auf den Menschen übertragen werden“, betonen die Wissenschaftler. Zudem stehe die abschließende Begutachtung der Studie noch aus. Die Daten bestätigen jedoch erste klinische Auswertungen über einen möglichen Verlauf. Hier sind aber noch weitere Untersuchungen nötig.

Kein Grund zur Entwarnung

„Zwar ist der Anteil der Krankenhauseinweisungen bei der Omikron-Variante geringer, jedoch nimmt die Gesamtzahl der Infektionen zu. Um ein Zusammenbrechen des Gesundheitssystems dennoch zu vermeiden, ist es daher umso wichtiger sich weiter an die geltenden Hygiene- und Abstandsregeln zu halten und ein Impfangebot wahrzunehmen“, so die Wissenschaftler abschließend.

Quellen: https://doi.org/10.1101/2021.12.26.474085; SARS-CoV-2 variants of concern and variants under investigation in England

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