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Omikron-Variante: Doppelt Geimpfte sind schlecht geschützt

PZ/NK  |  09.12.2021

Erste Ergebnisse von Laborversuchen deuten darauf hin, dass die zweifache Impfung gegen Covid-19 kaum vor Infektionen mit der neuen Omikron-Variante aus Südafrika schützt. Wie gut der Schutz vor einem schweren Verlauf ist, lässt sich noch nicht abschätzen.

Junges Mädchen, steht vor einem Spiegel und setzt sich eine Maske auf.
Die neue Omikron-Variante scheint den Impfschutz zu unterwandern, wie erste Studiendaten zeigen.
© Yaraslau Saulevich/iStockphoto

Es gibt neue Erkenntnisse zur Omikron-Variante des Coronavirus SARS-CoV-2: Eine doppelte Impfung, egal mit welchem Impfstoff oder welcher Kombination, schützt nicht vor einer Ansteckung mit der neuen Omikron-Variante. Darüber informierte heute die Virologin Dr. Sandra Ciesek vom Universitätsklinikum Frankfurt am Main auf Twitter. Sie hatte mit ihrem Team getestet, wie gut Personen noch geschützt sind, die zweimal mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer, Moderna oder eine Kreuzimpfung mit einmal AstraZeneca und einmal Biontech/Pfizer geimpft waren.

In allen drei Fällen zeigte sich sechs Monate nach der jeweils zweiten Impfung keinerlei Neutralisationsfähigkeit mehr gegen Omikron. Bei Personen, die mit Comirnaty grundimmunisiert und ebenfalls mit der Biontech/Pfizer-Vakzine geboostert waren, lag die Neutralisationsfähigkeit bei 25 Prozent, während sie gegen die zurzeit in Deutschland dominante Delta-Variante 95 Prozent betrug. Ciesek schreibt in dem kurzen Tweet davon, dass die Neutralisationskapazität bei Omikron im Vergleich zu Delta bis zu 37-fach reduziert ist. Forscher des Africa Health Research Institute in Südafrika, wo die Omikron-Variante erstmals auftauchte, kamen in eigenen Experimenten zu ähnlichen Ergebnissen.

Booster ist jetzt besonders wichtig

Dieser Abfall der Neutralisationsfähigkeit ist dramatisch. Die Virologin betont allerdings auch, dass die Daten nichts über den Schutz der Impfung vor Omikron-bedingten schweren Covid-19-Verläufen aussagen. Sie bekräftigen aber laut Ciesek, dass die Entwicklung eines an Omikron angepassten Impfstoffs sinnvoll sei, zumal sich die Corona-Medikamente mit den Antikörpern Casirivimab und Imdevimab – wie erwartet – bei Omikron als wirkungslos erwiesen hätten.

Zusammenfassend lassen sich aus diesen beiden Studien folgende vorläufigen Erkenntnisse ableiten: Wer nicht infiziert war, sollte sich zum Schutz vor der Omikron-Variante dringend boostern lassen, und zwar mit einem der verfügbaren mRNA-Impfstoffe. FFP2-Masken und alle weiteren Hygienemaßnahmen werden weiter unentbehrlich bleiben, um Durchbruchinfektionen zu verhindern. Zumindest für Risikogruppen wird wahrscheinlich auch bald eine zusätzliche Boosterung mit einem angepassten Impfstoff notwendig werden.

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