Eine sehr hohe Belastung mit den Ewigkeitschemikalien (PFAS) vor und während der Schwangerschaft scheint mit einem erhöhten Asthmarisiko bei den Kindern zusammenhängen. Das ist das Ergebnis einer Studie aus Schweden mit Daten von mehr als 11.000 Mutter-Kind-Paaren aus mehr als zehn Jahren.
Trinkwasserbelastung über 30 Jahre hinweg mit PFAS
Im Fokus stand eine Region, deren Trinkwasser in manchen Teilen über 30 Jahre hinweg mit PFAS aus Löschschaum belastet war. Anhand der Adressen der Mütter fünf Jahre vor der Geburt des Kindes schätzte das Forschungsteam ein, wie viel PFAS die Frauen ausgesetzt waren. Es teilte sie dann in fünf Gruppen ein von „sehr geringer“ PFAS-Belastung bis „sehr hohe PFAS-Belastung“. Die letzte Gruppe bestand aus Frauen, die die fünf Jahre an einer Adresse mit viel PFAS im Trinkwasser gewohnt hatten. Frauen mit „hoher“ PFAS-Belastung hatten mindestens ein Jahr vor der Geburt an so einer Adresse gelebt.
Sehr hohe PFAS-Belastung – höheres Asthma-Risiko
So fand das Forschungsteam heraus: Nur bei der Gruppe, die sehr vielen PFAS ausgesetzt waren, war das Asthma-Risiko des Nachwuchses erhöht. Studienautorin Annelise Blomberg von der Lund University erklärte in einer Mitteilung zur Studie: „Wir sahen eine klare Verbindung zwischen sehr hoher PFAS-Aussetzung und höherem Vorkommen von Asthma. Das Risiko, Asthma zu entwickeln, war etwa um 40 Prozent höher bei Kindern von Müttern mit sehr hoher PFAS-Belastung.“
Konkret entwickelte sich Asthma bei:
- 16 Prozent der Kinder mit niedriger Belastung
- 27 Prozent der Kinder mit sehr hoher Belastung
Bei mittleren Belastungswerten zeigte sich kein Zusammenhang.
Zusammenhang, aber keine eindeutige Ursache
Studienautorin Anna Saxne Jöud, ebenfalls Lund University, schränkte allerdings ein: „Wir können nur die Verbindung beobachten. Wir können aber nicht sicher sein, dass der Anstieg spezifisch auf PFAS zurückzuführen ist. Allerdings haben wir unser Bestes getan, um andere Faktoren, die möglicherweise die Ergebnisse beeinflussen könnten, auszuschließen.“ Das Forschungsteam hatte mögliche Faktoren wie den Sozio-ökonomischen Status der Familie oder das Rauchverhalten in der Schwangerschaft herausgerechnet.
Mehr Forschung zu den Ewigkeitschemikalien ist allerdings notwendig: PFAS kommen in vielen Produkten nahezu überall vor und können bei Schwangeren die Plazenta zum Kind durchqueren.
Quelle: DOI 10.1371/journal.pmed.1004659