Beruf

Pflegekräfte gehen häufig in Frührente

Natascha Koch  |  03.03.2021

Pflegekräfte melden sich deutlich häufiger krank und gehen öfter gesundheitsbedingt in Frührente als der Durchschnitt der übrigen Beschäftigten. Das zeigt der Pflegereport für das Saarland der Krankenkasse Barmer, den Forscher der Universität Bremen für die Krankenkasse erstellt haben.

Junge Pflegekraft, sitzt erschöpft am Boden.
Ein Job in der Pflege bedeutet viel Stress, der sich oft negativ auf die Gesundheit auswirkt.
© insta_photos/iStockphoto

Laut Report waren zwischen 2016 und 2018 durchschnittlich 10,1 Prozent der saarländischen Altenpflegehilfskräfte krankgeschrieben. Dieser Wert liegt 75 Prozent über dem Krankenstand (5,7 Prozent) der übrigen Berufe im Saarland im Auswertungszeitraum. Er ist der höchste Wert im Vergleich aller Bundesländer. Auch der Krankenstand der saarländischen Krankenpflegehilfskräfte (9,7 Prozent), Altenpflegefachkräfte (8,3 Prozent) und Krankenpflegefachkräfte (7,5 Prozent) liegt deutlich über dem Durchschnitt der übrigen Berufe.

Pflegekräfte gehen oft in Frührente

Wie gesundheitsbelastend die Arbeit in der Pflege ist, zeigt auch die hohe Quote von Beschäftigten in Pflegeberufen, die nicht bis zur Altersrente durchhalten. So gingen im Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2018 von 1.000 Krankenpflegehilfskräften im Saarland rund elf in die Erwerbsminderungsrente (1,05 Prozent). Von den Erwerbstätigen in den sonstigen Berufen waren es nur drei (0,32 Prozent). Auch saarländische Krankenpflegefachkräfte (0,39 Prozent) und Altenpflegefachkräfte (0,37 Prozent) gingen vergleichsweise oft gesundheitsbedingt in Frührente. Kleis sagt: „Arbeitgeber in der Pflege müssen ihr Engagement beim betrieblichen Gesundheitsmanagement ausbauen. Übungen zur Vorbeugung von Rückenschmerzen sowie Kursen gegen Stress und psychische Belastung sollte mehr Raum gegeben werden.“

Kleis zufolge habe die Corona-Pandemie die Arbeitsbedingungen in der Pflege verschärft: „Hygieneschutzmaßnahmen und die Versorgung von Heimbewohnern in Quarantäne haben für das Pflegepersonal Mehraufwand bedeutet. Pflegebedürftige konnten nur eingeschränkt oder gar keinen Besuch empfangen, was diese oft depressiv verstimmt hat.“ Die resultierenden Mehrbelastungen hätten mit einer pandemiebedingt verringerten Personaldecke gestemmt werden müssen. „Auch die psychische Belastung der Pflegekräfte ist gestiegen. Hierzu tragen die Konfrontation mit schweren Krankheitsverläufen und dramatischen Todesfällen sowie die Angst vor Ansteckung bei“, so Kleis. Schon ohne Corona-Pandemie sei die Arbeitsbelastung der Pflegekräfte hoch gewesen.

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