Ein Herzschlag von mehr als 100 Schlägen pro Minute in Ruhe wird als Tachykardie bezeichnet. Viele Betroffene spüren dabei Herzklopfen, Unruhe oder Schwindel. Manche beschreiben das Gefühl, als würde das Herz „rasen“ oder „stolpern“.
Wann Herzrasen gefährlich werden kann
Herzrasen ist nicht automatisch gefährlich. Häufig steckt eine vorübergehende Reaktion des Körpers dahinter, etwa durch Stress, Angst oder Koffein. Es kann aber auch auf Erkrankungen des Herzens oder anderer Organe hinweisen. Warnzeichen sind, wenn zusätzlich zum Herzrasen folgende Symptome auftreten:
- Brustschmerzen
- Luftnot
- Ohnmacht oder starke Schwindelanfälle
- plötzlicher Blutdruckabfall
Treten solche Beschwerden auf, sollte sofort der Notruf 112 gewählt werden.
Häufige Ursachen für Herzrasen
Herzrasen kann viele Auslöser haben. Dazu gehören:
- körperliche Belastung
- Stress, Angst oder Panikattacken
- Koffein oder andere stimulierende Substanzen
- bestimmte Medikamente
- Wechseljahre
- Infekte mit Fieber
- Blutarmut (Anämie)
- Schilddrüsenüberfunktion
- Bluthochdruck
- Herzschwäche
- selten auch ernste Erkrankungen wie eine Lungenembolie
Auch Flüssigkeitsmangel oder Schlafmangel können das Herz zeitweise schneller schlagen lassen.
Wie Ärzte die Ursache feststellen
Wichtig ist zunächst die genaue Beschreibung der Beschwerden: Wann tritt das Herzrasen auf? Wie lange dauert es? Gibt es Begleitsymptome? Oft reicht ein Elektrokardiogramm (EKG), um Herzrhythmusstörungen zu erkennen.
Schwieriger wird die Diagnose, wenn die Beschwerden nur gelegentlich auftreten. Dann kommen Langzeit-EKGs oder sogenannte Event-Recorder zum Einsatz, die den Herzrhythmus über Tage oder Wochen aufzeichnen. Zusätzliche Untersuchungen können zeigen, ob Erkrankungen der Herzklappen oder des Herzmuskels vorliegen.
Welche Behandlung möglich ist
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Manchmal helfen bereits Änderungen im Alltag, etwa weniger Koffein oder Stressabbau. Je nach Befund kommen Medikamente infrage.
Bei bestimmten Herzrhythmusstörungen kann eine Katheterablation sinnvoll sein. Dabei veröden Ärzte gezielt kleine Bereiche im Herzen, die die Störung auslösen.