Psyche

Sasha: Mit "Burnout-Alarmglocken" am Start

aponet.de  |  01.03.2023

Sasha verehrt die großen Entertainer vergangener Jahrzehnte. Im Interview erzählt der 51-Jährige, wie er diese Kunstform ganz aktuell zum Leben erweckt und wie es ihm in der zweiten Lebenshälfte geht.

Sasha.
Die Zahl 50 belastet den Sänger Sasha nicht - auch wenn ihn der runde Geburtstag dazu gebracht hat, sich ernsthafter mit dem Altern auseinanderzusetzen.
© Mischa Lorenz

Sie waren kürzlich auf Tour. Die Show erinnerte an Revuen aus Las Vegas. Das klingt ungewöhnlich für einen deutschen Pop-Künstler.

Sasha: Ich bin großer Fan der alten Entertainer: Frank Sinatra, Dean Martin oder Peter Alexander und Rudi Carrell. Die haben gesungen, getanzt, geredet. Ihre Shows fand ich immer faszinierend und wollte selbst einmal sowas machen, wo am Anfang die Tür aufgeht, ich hereinkomme und die Showtreppe hinuntergehe. Diese eigentlich ausgestorbene Art der Unterhaltung habe ich mit Hilfe von Thomas Hermanns wieder zum Leben erweckt. Der wichtigste Bestandteil ist die Showtreppe. Wenn die dabei ist, kommt immer etwas anderes dabei heraus als bei einem normalen Konzert.

Geht Ihr neues Album ebenfalls in diese Richtung?

Sasha: Viele Songs aus der Show hört man auch auf dem Album. Dort finden sich Sasha-Songs im Las--Vegas-Stil – oder was ich mir darunter vorstelle – und auch Stücke anderer Künstler, die mir etwas bedeuten. Viele denken bei Las Vegas nur an Frank Sinatra und Swing. Das ist bei mir natürlich mit dabei, aber Las Vegas steht für mich noch für viel mehr: Elvis, Tom Jones, Barbara Streisand – große Show, große Band, große Gefühle. Wer im nächsten Herbst in meine Konzerte kommt, kann ganz in diese Welt eintauchen.

Es gibt den Spruch: "Wenn man 50 ist, morgens aufwacht und keine Schmerzen spürt, ist man tot." Bemerken Sie ebenfalls erste Verschleißerscheinungen?

Sasha: Den Spruch muss ich mir merken. Ich kann unterschreiben, dass das nicht weniger wird. Rücken, Gelenke, Kopfschmerzen, irgendwas ist immer. Ansonsten belastet mich die Zahl 50 nicht. Neu fand ich, dass ich mich zum ersten Mal ernsthaft mit dem Älterwerden auseinandergesetzt habe. Ich dachte darüber nach, wie alt ich sein werde, wenn unser Sohn mal den Führerschein macht oder heiratet. Wenn er ähnlich spät heiratet wie ich, werde ich das vielleicht gar nicht mehr mitbekommen. Da bin ich zwar nicht in Panik verfallen, aber ich habe überlegt, wie ich damit umgehe. Entweder wird man darüber krank oder man möchte die Zeit, die einem mit dem Kind bleibt, vernünftig verbringen. Mich spornt das eher an, als dass es mich bremst.

Vor einigen Jahren mussten Sie eine Tour wegen Burn-out absagen. Gehen Sie heute mit psychischen Belastungen anders um?

Sasha: Das war zu der Zeit eine Mischung aus körperlicher und psychischer Belastung. Eigentlich heißt es, in einem gesunden Körper wohnt ein gesunder Geist, aber mit zunehmendem Alter gilt das auch umgekehrt. Wenn es im Kopf nicht stimmt, kann der Körper nicht funktionieren. Damals kam bei mir sehr viel zusammen, aber meine "Burn-out-Alarmglocken" funktionierten noch. Ich hatte bereits einmal einen Burnout, als es diesen Begriff noch gar nicht gab. Aus dieser Erfahrung sagte ich mir: ›Hör auf die Glocken und teile Deine Kraft ein!‹ Auch das Nein-Sagen habe ich über die Jahre gelernt. Ab und zu mal auf die innere Stimme zu hören und etwas langsamer zu machen, ist ganz gesund.

Nehmen Apotheken-Besuche zu?

Sasha: Ich bin zum Glück nicht so oft krank. In die Apotheke bei uns um die Ecke gehe ich hauptsächlich, um präventive Dinge zu kaufen. Vitamine zum Beispiel. Ich versuche natürlich, mich gesund zu ernähren, aber wenn ich unterwegs bin, klappt das nicht immer so hundertprozentig, und dafür habe ich dann Vitaminbomben aus der Apotheke in der Hinterhand. Wenn ich merke, dass eine Erkältung beginnt, nehme ich ein pflanzliches Mittel zur Immunstärkung. Meist habe ich es dann in ein bis zwei Tagen überstanden.

Haben Sie auch so ein Spezialrezept für die Stimme?

Sasha: Da vertraue ich auf heißes Wasser mit frisch gepresstem Ingwer-Zitronensaft und Manuka-Honig. Aber ganz wichtig ist dabei auch die innere Einstellung. Früher habe ich mich immer verrückt gemacht, wenn ich am Tag eines Auftritts morgens keine Stimme hatte. Ich stand den ganzen Tag unter Psychostress, ob ich es schaffe, abends zu singen. Diese Angst hat die Stimme eher noch verschlechtert. Nach Jahren der Erfahrung denke ich heute, wenn es nicht klappt, dann ist das eben so. Auf diese Weise übt der Kopf nicht so viel Druck aus. Wenn ich dann über den Tag meine Stimmübungen mache und meinen Tee trinke, bin ich abends wieder fit.

Vielen Dank für das Gespräch!

Die Fragen stellte Rüdger Freund.

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