Jugendliche mit Burnout durch Schulstress greifen häufiger zu Online-Games. Das ist das zentrale Ergebnis einer Umfrage von mehr als 2.000 Jugendlichen im Alter von 11 bis 17 Jahren aus China.
Mehr Schul-Burnout, größerer Fokus auf Negatives, mehr Gaming
Die Studie ergab: Anhand des Schul-Burnouts ließ sich vorhersagen, ob die Jugendlichen problematisches Verhalten hinsichtlich Internetspielen zeigten. Dabei war eine Wahrnehmungsverzerrung hin zu Negativem besonders auffällig: Wer höhere Level an Schulburnout hatte, fokussierte sich mehr auf Negatives, was wiederrum mit einer stärkeren Ausprägung von problematischem Internetspielverhalten zusammenhing.
Negatives Denken bei Schulstress, Online-Games zur Aufmunterung
Dazu plausibilisierte das Mitglied des Autorenteams Professor Guohua Lu in einer Mitteilung des Journals „Pediatric Investigation“: „Jugendliche entwickeln negatives Denken, wenn sie Schulstress und emotionale Erschöpfung empfinden. Dann wenden sie sich zur Aufmunterung Online-Games zu. Diese reduzieren ihre Fähigkeit, mit Situationen im realen Leben umzugehen. So entsteht ein Kreislauf, der zu mehr problematischer Internetspielnutzung führt.“
Bei Leistungsdruck: Tiefer liegende Probleme angehen
Das Forschungsteam betonte: Mehr Langzeit-Forschung sei notwendig, um die Mechanismen hinter Schulstress und Internetspielen bei Jugendlichen zu verstehen. Denn Internetspielsucht bei Jugendlichen sei stark verbunden mit Stress, Problemen hinsichtlich der Aufmerksamkeit und Herausforderungen der mentalen Gesundheit. Denn wenn der Druck, in der Schule bessere Leistungen zu zeigen, wachse, sei es zentral, nicht nur auf die Bildschirmzeit zu blicken, sondern tiefer liegende Probleme anzugehen.
Präventionsstrategien in Schulen gegen Gaming-Sucht
Für Schulen wäre das Verständnis der Mechanismen besonders wichtig, um gezielte Präventionsstrategien für Jugendliche unter Schulstress zu entwickeln. So könnten zum Beispiel Mentale-Gesundheits-Camps, Beratungssitzungen zu Schulstress für betroffene Jugendliche und eine ausgewogenere Lernumgebung helfen.
Quelle: DOI 10.1002/ped4.70052