Eine große US-Studie weist darauf hin, dass bestimmte Arzneimittel während der Schwangerschaft mit einem erhöhten Risiko für Autismus-Spektrum-Störungen (ASS) beim Kind verbunden sein könnten. Schwangere sollten dennoch nicht leichtfertig Medikamente absetzen.

Untersucht wurden Medikamente, die die sogenannte Sterolbiosynthese hemmen, abgekürzt SBIMs. Das sind Arzneimittel, die in die Sterol- beziehungsweise Cholesterinherstellung des Körpers eingreifen können. Dazu zählen unter anderem einige Antidepressiva, Blutdruck- und Cholesterinsenker. Die Ergebnisse basieren auf der Analyse von über 6 Millionen Gesundheitsdaten von Mutter und Kind und wurden im Fachjournal „Molecular Psychiatry“ veröffentlicht.
Die untersuchten Wirkstoffe können in den Cholesterinstoffwechsel eingreifen – ein Prozess, der für die Entwicklung des kindlichen Gehirns besonders wichtig ist. Cholesterin spielt eine zentrale Rolle beim Aufbau des Gehirns. Der Fötus beginnt etwa ab der 19.–20. Schwangerschaftswoche selbst mit der Produktion. Störungen in diesem Prozess sind bereits mit schweren Entwicklungsstörungen in Verbindung gebracht worden.
Die Forschenden betonen, dass ihre Ergebnisse nicht darauf hindeuten, dass diese Medikamente für Erwachsene unsicher sind. Gleichzeitig zeigen die Daten, dass in der sensiblen Phase der Schwangerschaft besondere Vorsicht geboten ist.
Wichtig ist dennoch: Medikamente niemals eigenständig absetzen! Viele der untersuchten Wirkstoffe sind notwendig und teilweise lebenswichtig. Stattdessen sollten die individuelle Situation ärztlich besprochen und mögliche Alternativen geprüft werden.
Im Rahmen der Studie wurden folgende 15 Wirkstoffe aus der Gruppe der SBIM berücksichtigt. Die Risikoerhöhung für ASS durch die einzelnen Wirkstoffe unterschied sich in der Studie.
Quelle: DOI 10.1038/s41380-026-03610-7
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