Sex-Mythos G-Punkt

Auf der Suche nach dem weiblichen G-Punkt ist sicherlich schon so mancher Mann verzweifelt. Seit der Frauenarzt Ernst Gräfenberg in den 1950er Jahren eine spezielle erogene Zone in der Scheidenwand der Frau beschrieben hat, ist der nach seinem Entdecker benannte G-Punkt der heilige Gral der Sexualmedizin. Würde er richtig stimuliert, könne jede Frau einen Orgasmus erreichen, heißt es. Alles Lüge, behauptet nun ein Forscher des Yale-New-Haven-Hospital in New Haven in den USA. Seine Forschergruppe habe keinerlei Hinweise darauf gefunden, dass der G-Punkt tatsächlich existiert.

Junges Paar schaut unter der Bettdecke hervor.
Existiert der G-Punkt, oder existiert er nicht? Amerikanische Wissenschaftler wollten es ganz genau wissen.
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Auf der Suche nach dem G-Punkt hat der Urologe Amichai Kilchevsky die Literatur aus über 60 Jahren zu diesem Thema durchforstet. Er analysierte alle Beiträge und Studien aus den Jahren 1950 bis 2011, die sich mit dem ominösen G-Punkt oder dem weiblichen Orgasmus beschäftigten. Dabei suchte er nach allen Hinweisen auf die Existenz des Punktes: von bildgebenden Verfahren wie Ultraschall oder Kernspinaufnahmen über Beschreibungen einer Stimulation des Punktes etwa mit den Fingern bis hin zu anatomischen Präparaten.

Das Ergebnis: Obschon die Mehrheit der Frauen glaubt, dass der G-Punkt tatsächlich existiert, finden sich in der Literatur keinerlei objektive Hinweise darauf, dass dem wirklich so ist. Noch ist das Kapitel auch für Kilchevsky aber nicht abgeschlossen. Modernere Untersuchungsmethoden könnten in Zukunft vielleicht doch noch zeigen, dass der G-Punkt wirklich existiere. Sicherlich werden Millionen von Männern und Frauen, Wissenschaftler ebenso wie Liebhaber, die Suche nach dem geheimnisvollen Punkt, der Frauen glücklich macht, nicht so leichtfertig aufgeben.

KK

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