Abendmenschen, die spät schlafen gehen und erst nachmittags und abends richtig aktiv werden, haben oft Anzeichen für eine schlechtere Herz-Kreislauf-Gesundheit als Menschen mit einem typischen oder frühen Schlaf-Wach-Rhythmus. Das scheint insbesondere für Frauen zu gelten.

In einer Studie mit über 300.000 Erwachsenen gaben acht Prozent an, Abendmenschen zu sein und spät ins Bett zu gehen – oft erst um 2 Uhr nachts. Im Vergleich zu Menschen mit einem normalen Tagesrhythmus oder mit Frühaufstehern hatten sie zu 79 Prozent häufiger Anzeichen für eine schlechten Herz-Kreislauf-Gesundheit. Das war bei Frauen besonders stark zu beobachten, berichten Forschende in dem Fachmagazin „Journal of the American Heart Association“.
Im Vergleich zu Personen mit einem normalen Tagesrhythmus hatten Abendmenschen ein um 16 Prozent höheres Risiko, innerhalb von 14 Jahren einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu bekommen. Frühaufsteher erkrankten dagegen um fünf Prozent seltener.
Als Grund für die schlechtere Herz-Kreislauf-Gesundheit vermuten die Forschenden, dass Abendmenschen mehr Nikotin konsumieren, ungesünder essen und häufiger zu wenig Schlaf bekommen.
„Bei Abendmenschen ist der Tagesrhythmus häufig gestört. Das bedeutet, dass ihre innere Uhr nicht mit dem natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus oder ihrem typischen Tagesablauf übereinstimmt“, erklärte Dr. Sina Kianersi von der Harvard Medical School in Boston. „Die Ergebnisse zeigen, dass das höhere Risiko für Herzerkrankungen bei Abendmenschen teilweise auf veränderbare Verhaltensweisen wie Rauchen und Schlaf zurückzuführen ist. Es gibt also Möglichkeiten, die Herz-Kreislauf-Gesundheit zu verbessern.“
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