Mehrere Schmerzmittel und Pfefferminzöl können akute Spannungskopfschmerzen lindern. Bei häufigen Beschwerden empfiehlt eine aktuelle Leitlinie eine Kombination vorbeugender Maßnahmen.

Kopfschmerzen vom Spannungstyp sind weit verbreitet. Zur akuten Behandlung nennt die S1-Leitlinie „Diagnostik und Therapie des Kopfschmerzes vom Spannungstyp“ mehrere Möglichkeiten: Acetylsalicylsäure (ASS) in einer Dosierung von 500 bis 1.000 Milligramm, Ibuprofen mit 400 Milligramm oder Paracetamol mit 1.000 Milligramm.
Einen bestimmten Wirkstoff bevorzugt die Leitlinie nicht. Der Grund: Es gibt nur wenige Studien, in denen die Mittel direkt miteinander verglichen wurden. Auch Naproxen und Diclofenac kommen infrage, zu diesen Wirkstoffen liegen jedoch weniger aussagekräftige Studien vor.
Wer häufig unter Kopfschmerzen leidet, sollte die Zahl der Einnahmetage im Blick behalten. Schmerzmittel sollten nicht häufiger als an 15 Tagen pro Monat eingenommen werden. Für Kombinationspräparate liegt die Grenze bei zehn Tagen.
Bei häufigerer Einnahme steigt laut Leitlinie das Risiko für Nebenwirkungen. Zudem können Schmerzmittel bei übermäßigem Gebrauch selbst Kopfschmerzen auslösen.
Bei akuten Spannungskopfschmerzen empfiehlt die Leitlinie auch zehnprozentiges Pfefferminzöl. Es wird großflächig auf Stirn und Schläfen aufgetragen, insgesamt dreimal im Abstand von jeweils 15 Minuten.
Pfefferminzöl kann Schmerzmittel ergänzen. Es kommt der Leitlinie zufolge außerdem als Alternative für Schwangere, Stillende und Menschen mit Leber- oder Niereninsuffizienz infrage, die Schmerzmittel nicht oder nur eingeschränkt anwenden dürfen.
Bei häufigen Spannungskopfschmerzen rät die Leitlinie zu vorbeugenden Maßnahmen. Die Basis bilden ausreichend Schlaf und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Hinzu kommen aktive und physiotherapeutische Verfahren, wobei Kombinationen wirksamer sein können als einzelne Methoden.
Als Beispiel nennt die Leitlinie die Verbindung von transkutaner elektrischer Nervenstimulation (TENS) mit verschiedenen physiotherapeutischen Techniken. Empfohlen wird zudem ein mindestens sechswöchiges Krafttraining für die Nacken-Arm-Muskulatur.
Auch Biofeedback und Entspannungsverfahren wie progressive Muskelrelaxation oder autogenes Training können helfen. Wer stark unter Stress oder zusätzlich unter einer psychischen Erkrankung leidet, kann laut Leitlinie von einer Verhaltenstherapie profitieren. Diese lässt sich ebenfalls mit weiteren vorbeugenden Maßnahmen kombinieren.
Quelle: Leitlinie Diagnostik und Therapie des Kopfschmerzes vom Spannungstyp
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