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Thema der Woche: Burnout erkennen

14.04.2016

Der Begriff Burnout kommt aus dem Englischen („to burn out“ = „ausbrennen“). Die Beschwerden können beispielsweise durch eine zu hohe Arbeitsbelastung hervorgerufen werden, es gibt aber auch andere Ursachen. Eine anhaltende emotionale und körperliche Erschöpfung sollte unbedingt ernst genommen und medizinisch abgeklärt werden, rät der Berufsverband deutscher Neurologen und Psychiater.

Burnout-Beschwerden sollten ernst genommen werden.
Müde, erschöpft, ausgebrannt: So beschreiben Burnout-Patienten häufig ihren Gemütszustand.
© Gina Sanders - Fotolia

„Der Zustand eines Burnouts kann bei gefährdeten Personen schwerwiegende psychische Erkrankungen zufolge haben, wie etwa eine Depression<link>, eine Sucht‐ oder eine <link>Angsterkrankung. Auch körperliche Krankheiten wie Bluthochdruck, Tinnitus, ein chronisches Schmerzsyndrom oder chronische Infektionskrankheiten können sich bei einer längerfristigen Stress‐Belastung des Körpers entwickeln“, warnt Dr. Christa Roth‐Sackenheim vom Berufsverband Deutscher Psychiater (BVDP) in Krefeld. Betroffene sollten längerfristige Burnout‐Beschwerden wie Erschöpfung, Schlafprobleme und Anspannungszustände als Risikozustand erkennen und bewerten und sich ärztlich untersuchen und gegebenenfalls behandeln lassen.

Gefährdete Personen können beispielsweise Menschen mit einer genetischen Veranlagung für bestimmte Erkrankungen sein. Eine erhöhte Anfälligkeit für die Entwicklung von Folgeerkrankungen haben auch Menschen, bei denen schon einmal eine psychische Krankheit - beispielweise eine Depressionen - episodisch aufgetreten sind.

Burnout‐Beschwerden: Frühsymptome von Erkrankungen?

Eine länger andauernde Burnout‐Symptomatik kann nicht nur Vorläufer für psychische oder körperliche Erkrankungen sein, sondern andererseits auch als Frühsymptom von Krankheiten auftreten. „Mit Burnout assoziierte Beschwerden können beispielsweise auch im Rahmen von Psychosen, Depressionen einer Multiplen Sklerose, Schilddrüsen‐ oder Tumorerkrankungen als Symptome eines frühen Krankheitsstadiums auftreten“, berichtet die Psychiaterin und Psychotherapeutin Roth‐Sackenheim.

Solche Erkrankungen könnten bei Betroffenen Energiemangel, und ein Schwächegefühl hervorrufen, dass zunächst als arbeitsbedingte Überlastung bewertet wird. Die Erschöpfung sei dann jedoch ein Krankheitssymptom, welches normalerweise gut zu bewältigende Arbeitsanforderungen zur Überlastung werden lasse. Natürlich ist auch in dieser Situation eine medizinische Abklärung wichtig. Die erfolgreiche Behandlung der Grunderkrankung behebt dann in der Regel das Burnout‐Problem.

Zeitlich eng begrenzte Erschöpfung weniger problematisch

Bei einem vorübergehenden Gefühl von Arbeitsüberlastung besteht kein dringender Handlungsbedarf. Doch sollte man in solchen Situationen auf ausreichende Erholungsphasen achten. „Solange Stresssymptome wie Anspannung, verminderte Schlafqualität und ein Gefühl der Erschöpfung zeitlich begrenzt auftreten und sich in kurzen Erholungsphasen wie einem Wochenende zurückbilden, handelt es sich eher nicht um ein Burnout‐Syndrom“, meint Dr. Roth‐Sackenheim. Führen solche Erholungsphasen jedoch nicht zur Rückbildung von Erschöpfung und kommen eine zunehmende Distanzierung von der Arbeit, ein gegen die Arbeit gerichteter Zynismus hinzu sowie ein Leistungsabfall hinzu, deutet dies auf ein Burnout‐Syndrom hin.

Im Fall eines Burnout‐Erlebens kann der erste Ansprechpartner der Hausarzt sein. Findet er keine organische Ursache für die Beschwerden, sollte eine Überweisung an einen Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie erfolgen.

BVDP/NK

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