Tiefe Pickel kühlen oder ausdrücken? Was Dermatologen empfehlen

Hanke HuberRüdiger Freund  |  13.05.2026 13:42 Uhr

Schmerzhafte Pickel unter der Haut entstehen oft plötzlich und bleiben tagelang sichtbar. Wer die Stelle kühlt, die Haut in Ruhe lässt und reizende Hausmittel vermeidet, kann Entzündungen und Schmerzen oft lindern.

Junge Frau trägt Creme im Gesicht auf.
Bei unangenehmen Pickeln kann eine Creme mit Benzoylperoxid helfen, die es rezeptfrei in der Apotheke gibt.
© yacobchuk/iStockphoto

Pickel zuerst vorsichtig reinigen

Tiefe Pickel sitzen meist unter der Hautoberfläche. Sie schwellen an, fühlen sich hart an und können druckempfindlich sein. Besonders wichtig: nicht ausdrücken.

Bevor Cremes oder andere Produkte aufgetragen werden, sollte die Haut gereinigt werden. Dafür eignet sich ein mildes, parfümfreies Waschgel oder Reinigungsschaum. Aggressive Peelings oder stark austrocknende Produkte können die Haut zusätzlich reizen. Das kann Rötungen und Spannungsgefühle verstärken.

Kühlen kann Schwellung und Schmerzen lindern

Bei tiefsitzenden Pickeln kann Kühlen helfen. Kälte kann Schwellungen vorübergehend reduzieren und die Stelle weniger schmerzhaft machen.

Dafür einen Eiswürfel oder ein Kühlpad in ein sauberes Tuch wickeln und fünf bis zehn Minuten auf die betroffene Hautstelle legen. Danach sollte die Haut kurz pausieren. Wichtig: Eis nie direkt auf die Haut legen, sonst drohen Kältereizungen.

Benzoylperoxid kann bei entzündeten Pickeln helfen

Produkte mit Benzoylperoxid werden häufig gegen entzündliche Pickel eingesetzt. Der Wirkstoff kann Bakterien auf der Haut reduzieren und dafür sorgen, dass Talg besser abfließt.

Bei empfindlicher Haut kann Benzoylperoxid allerdings reizen. Deshalb sollte das Gel oder die Creme nur dünn aufgetragen werden. Außerdem kann der Wirkstoff Textilien ausbleichen, etwa Handtücher oder Bettwäsche.

Warme Kompressen nur bei eitrigen Pickeln

Hat sich bereits ein sichtbarer Eiterpunkt gebildet, kann eine warme Kompresse helfen. Dafür einen sauberen Waschlappen mit warmem Wasser befeuchten und einige Minuten auf die Stelle legen. Die Wärme kann dazu beitragen, dass sich der Pickel leichter entleert. Zu heiß sollte das Wasser aber nicht sein, damit die Haut nicht zusätzlich gereizt wird.

Pickel nicht ausdrücken

Auch wenn es schwerfällt: Tiefe Pickel sollten nicht ausgedrückt werden. Dadurch können Bakterien tiefer in die Haut gelangen. Außerdem steigt das Risiko für:

  • stärkere Entzündungen
  • sichtbare Rötungen
  • kleine Narben
  • dunkle Hautverfärbungen nach dem Abheilen

Zahnpasta und Hausmittel besser meiden

Zahnpasta gilt online noch immer als Hausmittel gegen Pickel. Hautärzte raten davon jedoch meist ab. Viele Zahnpasten enthalten Stoffe, die die Haut austrocknen oder reizen können.

Auch selbst gemischte Mittel aus dem Internet sind problematisch. Ätherische Öle, Zitronensaft oder stark saure Mischungen können die Hautbarriere schädigen und Entzündungen verschlimmern.

Wann man mit Pickeln besser zum Hautarzt geht

Wer häufig entzündete oder schmerzhafte Pickel bekommt, sollte die Ursache ärztlich abklären lassen. Das gilt besonders, wenn:

  • große Knoten unter der Haut entstehen
  • Narben zurückbleiben
  • frei verkäufliche Mittel nicht helfen
  • die Haut stark entzündet ist

Dermatologen können beurteilen, ob eine Akne-Erkrankung vorliegt und welche Behandlung sinnvoll sein kann.

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