Trägt Schlafmangel zu Selbstverletzungen bei Jugendlichen bei?

Dr. Karen Zoufal  |  30.08.2025 11:02 Uhr

Daten von 10.000 Jugendlichen wurden analysiert und viele schlafen schlecht. Gleichzeitig häuft sich selbstverletzendes Verhalten. Wie hängt das mit dem Schlaf zusammen?

Junges Mädchen liegt im Bett, die Augen leicht geöffnet.
Na, wieder schlecht geschlafen? Das trifft auf bis zu 70 Prozent der Jugendlichen zu. Forscher sahen einen Zusammenhang zu selbstverletzendem Verhalten.
© TatyanaGl/iStockphoto

Selbstverletzungen bei Teenagern nehmen zu. Gleichzeitig schlafen bis zu 70 Prozent der Jugendlichen nicht ausreichend. Eine aktuelle Studie mit Daten von über 10.000 Jugendlichen lässt vermuten, dass zwischen beidem ein Zusammenhang besteht. 

Die Auswertung der Daten zeigt, dass Schlafprobleme im Alter von 14 Jahren mit selbstverletzendem Verhalten mit 14 und 17 Jahren in Verbindung standen. Das war auch so, wenn andere Faktoren berücksichtigt wurden, von denen bekannt ist, dass sie selbstverletzendes Verhalten begünstigen, z. B. Alter, Geschlecht, sozialer Status, Selbstwertgefühl und Anzeichen von Depression. Von all diesen Faktoren hing nur der Schlaf sowohl im selben Alter als auch 3 Jahre später mit dem Risiko für Selbstverletzungen zusammen.

Schlafdauer und -qualität sind bei Jugendlichen wichtige Schutzfaktoren 

Michaela Pawley von der Universität Warwick sagte: „In dieser Analyse haben wir herausgefunden, dass kürzerer Schlaf an Schultagen, längere Einschlafzeiten und häufigeres nächtliches Aufwachen im Alter von 14 Jahren gleichzeitig mit Selbstverletzungen und später im Alter von 17 Jahren in Verbindung stehen.“

Auch wenn dies erst einmal nach einer negativen Botschaft klingt: Man kann gezielt etwas für einen besseren Schlaf tun. Wenn Schlaf tatsächlich ein ursächlicher Faktor für Selbstverletzungen sein sollte, können gezielte Maßnahmen für eine gute Schlafhygiene in Schulen und zu Hause dazu beitragen, Selbstverletzungen vorzubeugen.

Die Schlafqualität kann auch der Früherkennung dienen  

 „Das Wissen, dass schlechter und unterbrochener Schlaf oft ein Marker ist, der suizidalen Gedanken und suizidalem Verhalten vorausgeht oder gleichzeitig damit auftritt, gibt uns einen nützlichen Ansatzpunkt für Risikoüberwachung und Frühprävention“, ergänzte die Leiterin der Arbeitsgruppe Prof. Nicole Tang.

Quelle: DOI 10.1111/jcpp.70018

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