Gesundheit

Zöliakie mit Speichel-Test nachweisen

Dr. Karen Zoufal  |  24.08.2021

Die Diagnose einer Zöliakie erfolgt üblicherweise durch einen Bluttest in Kombination mit einer Dünndarmbiopsie, bei der mittels Endoskopie eine Gewebeprobe entnommen wird. Forscher haben nun einen einfachen Speicheltest entwickelt, mit dem sich die Krankheit viel einfacher nachweisen lassen könnte.

Arzt mit einem Speichel-Test.
Künftig könnten Ärzte bei einem Verdacht auf Zöliakie zunächst einen Speichel-Test durchführen, der Hinweise auf die Erkrankung liefert.
© dusanpetkovic/iStockphoto

Zunächst hatten die Forscher beobachtet, dass im Speichel von Menschen mit Zöliakie bestimmte Entzündungsmerkmale auftraten. Indem sie diese Merkmale bei Gesunden und unterschiedlich schwer an Zöliakie Erkrankten verfolgten, konnten sie eine Formel entwickeln, mit der sich auch Vorhersagen treffen ließen. Die Aussagekraft der Formel wurde an 100 Speichelproben von Personen mit unbekannter Diagnose erfolgreich getestet: Zu 73 Prozent lag die Vorhersage richtig. Dabei wurden 91 Prozent der Menschen, die tatsächlich an Zöliakie litten, korrekt erkannt. Das bedeutet, dass einige Speichelproben fälschlicherweise eine Zöliakie vermuten ließen, während nur wenige Personen mit Zöliakie nicht erkannt wurden. 

Die Forscher der Studie halten die Methode für nützlich, um Patienten mit einem Verdacht auf Zöliakie vor einer Endoskopie zu untersuchen. Indem nur bei den Personen eine Endoskopie durchgeführt wird, bei denen die Speichelprobe eine Zöliakie vorhergesagt hatte, würde sich die Anzahl der Endoskopien erheblich reduzieren. Die Studienergebnisse sind in der Fachzeitschrift „Cellular and Molecular Gastroenterology and Hepatology“ erschienen.

Zöliakie ist eine Autoimmunerkrankung des Darms, die eine strikte glutenfreie Diät erfordert. Etwa ein Prozent der Bevölkerung ist betroffen. Die Diagnose ist nicht ganz einfach, denn einerseits kommen typische Symptome wie Bauchschmerzen, Gewichtsverlust oder Blutarmut auch bei anderen Erkrankungen des Verdauungssystems vor, andererseits ist die genetische Variante, die mit einem hohen Risiko für Zöliakie einhergeht, auch bei einem hohen Prozentsatz der gesunden Bevölkerung vorhanden. Das führt dazu, dass viele Endoskopien unnötigerweise durchgeführt werden.

Quelle: DOI 10.1016/j.jcmgh.2021.05.016

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