Pflanzliche MedizinBeratung

Cranberry-Produkte beugen Harnwegsinfekten vor

ZOU  |  25.04.2023

Viele Frauen, die immer wieder mit Harnwegsinfektionen zu tun haben, trinken vorbeugend Cranberry-Saft. Ob das wirklich hilft, war lange umstritten. Ein hochwertiger Cochrane Review zeigt nun, dass die vorbeugende Verwendung von Cranberry-Produkten bei anfälligen Menschen und nach medizinischen Eingriffen etwa die Hälfte solcher Infekte verhindern kann.

Frau, hält Cranberrys in ihrer Hand.
Pflanzenstoffe, die in Cranberrys stecken, könnten das Anhaften von Bakterien in der Blase verhindern.
© FotoDuets/iStockphoto

Ergebnisse aus 50 Studien mit fast 9000 Teilnehmenden zeigen, dass Cranberry-Saft und -Präparate das Risiko wiederkehrender Harnwegsinfekte senken: Bei Frauen um mehr als ein Viertel, bei Kindern um mehr als die Hälfte und nach medizinischen Eingriffen, die besonders anfällig dafür machen, um etwa 53 Prozent.

„Schon 1973 wurde meiner Mutter gesagt, sie solle Cranberry-Saft probieren, um ihren häufigen Harnwegsinfektionen vorzubeugen. Das hat ihr sehr geholfen. Zuerst trank sie täglich den sauren Saft, später nahm sie Kapseln. Sobald sie damit aufhörte, waren die Symptome wieder da. Wie so oft stellt sich heraus, dass Mama Recht hatte! Letztendlich kommt die Wahrheit ans Licht, wenn es mehr und bessere Studienergebnisse gibt. Harnwegsinfektionen sind belastend und sehr häufig; Etwa ein Drittel der Frauen ist davon betroffen, ebenso viele ältere Menschen und auch Menschen mit Blasenproblemen aufgrund von Rückenmarksverletzungen oder anderen Erkrankungen“, sagte Dr. Gabrielle Williams von der Flinders Universität in Adelaide.

Wenn solche Harnwegsinfektionen unbehandelt bleiben, können sie in die Nieren aufsteigen und Schmerzen und weitere Komplikationen verursachen, schlimmstenfalls sogar eine Sepsis. Die meisten Harnwegsinfektionen lassen sich zwar mit Antibiotika behandeln, aber bei manchen Menschen kehren sie trotzdem immer wieder zurück. Deshalb werden Cranberry-Produkte schon lange als einfache und nebenwirkungsarme Option empfohlen, obwohl die letzte große Übersichtsarbeit mit Ergebnissen aus 24 Studien aus dem Jahr 2012 keinen Nutzen der Produkte zeigte.

Quelle: DOI 10.1002/14651858.CD001321.pub6

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