GLP-1-Medikamente: Diabetes-Mittel könnte Haarausfall begünstigen

Wolf Löchel  |  29.07.2026 12:43 Uhr

GLP-1-Medikamente helfen vielen Menschen beim Abnehmen und bei Typ-2-Diabetes. Eine neue Studie deutet nun darauf hin, dass unter der Behandlung etwas häufiger Haarausfall auftreten kann. Die gute Nachricht: Insgesamt bleibt diese mögliche Nebenwirkung selten.

Ein mittelalter MAnn schaut in den Spiegel und betrachtet seinen Haaransatz.
In seltenen Fällen können bestimmte Diabetes-Medikamente zu Haarausfall führen.
© iStock.com/Olga Yastremska

Ein Forschungsteam wertete Patientendaten des University of Pennsylvania Health System aus dem Zeitraum Januar 2019 bis September 2024 aus. Verglichen wurden Erwachsene mit Typ-2-Diabetes, die eine Behandlung mit GLP-1-Rezeptoragonisten begannen, mit Menschen, die SGLT-2-Hemmer oder DPP-4-Hemmer erhielten. Insgesamt flossen Daten von rund 50.000 Personen ein. Haarausfall trat unter GLP-1-Rezeptoragonisten

  • um 37 Prozent häufiger auf als unter SGLT-2-Hemmern
  • um 68 Prozent häufiger als unter DPP-4-Hemmern.

Insgesamt bleibt das Risiko gering

Trotz der hohen Prozentwerte bleibt der Haarausfall aber selten: Unter den GLP-1-Patienten entwickelten etwa sieben von 1.000 pro Jahr einen Haarausfall. Bei den Vergleichsgruppen waren es rund vier bis fünf. Betroffen ist demnach eine kleine Minderheit.

Rascher Gewichtsverlust als möglicher Auslöser

Warum die Haare ausfallen, klärt die Auswertung nicht. Die Autorinnen und Autoren verweisen jedoch auf einen bekannten Mechanismus: Ein rascher Gewichtsverlust gilt als bekannter Auslöser für vermehrten Haarausfall und kann zudem einen Mangel an Eisen oder Zink nach sich ziehen, was den Haarzyklus stört. Auch hormonelle Veränderungen kommen infrage. Um die Zusammenhänge zu klären, braucht es weitere Untersuchungen.

Was die Auswertung offenlässt

Die Daten stammen aus Behandlungsunterlagen, weshalb klinische Details fehlen. Wie ausgeprägt der Haarausfall war, wie lange er anhielt und ob er sich nach dem Absetzen zurückbildete, ließ sich daher nicht beurteilen. Ebenso können weitere, nicht erfasste Einflüsse eine Rolle gespielt haben.

Das Fazit der Forschenden: Die Befunde ergänzen bisherige Einzelmeldungen um systematische Belege und schärfen so das Bewusstsein für eine mögliche Nebenwirkung.

Quelle: DOI 10.1136/bmj-2026-100077

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