Herz-CT: Bei diesen Patienten verbessert ein Calcium-Scan die Risikoeinschätzung

Dr. Frank Schäfer  |  28.08.2026 11:33 Uhr

Ein Calcium-Scan kann Verkalkungen in den Herzgefäßen sichtbar machen und damit zusätzliche Hinweise auf das Herz-Kreislauf-Risiko liefern. Eine neue Langzeitstudie zeigt: Besonders hilfreich kann die Untersuchung bei Menschen mit einem grenzwertigen bis mittleren Zehn-Jahres-Risiko sein.

Arzt mit Herz Anatomiemodell. Ältere Patienten Beratung medizinische Gesundheit bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Ob ein Herz-CT im Einzelfall sinnvoll ist, hängt vom persönlichen Risiko ab und sollte ärztlich geklärt werden.
© Panuwat Dangsungnoen/iStockphoto

In einer US-Langzeitstudie wurden Daten von Personen ausgewertet, deren Herz-Kreislauf-Risiko mit dem PREVENT-Risikorechner und zusätzlich mittels einer speziellen Computertomografie (CT) eingeschätzt wurde.

Was der Calcium-Score über die Herzgefäße verrät

Bei dem speziellen CT-Verfahren wird nach arteriosklerotischen Ablagerungen in den Blutgefäßen gesucht, die das Herz mit Blut versorgen. Diese Ablagerungen enthalten häufig Calciumphosphat. Aus den CT-Daten wird der Calcium-Score, englisch Coronary Artery Calcium Score (CAC), ermittelt. Je höher der Wert, desto stärker sind die Herzgefäße verkalkt und desto höher kann das Risiko für spätere Herz-Kreislauf-Erkrankungen sein.

Ob die Auswertung eines solchen Scans die Vorhersage eines etablierten Risikorechners verbessert, untersuchten Forscher anhand der Daten von 6.098 Erwachsenen im Alter zwischen 45 und 79 Jahren. Zum Einsatz kamen das CT-Verfahren und PREVENT, ein Risikorechner der US-amerikanischen Herzgesellschaft. Er schätzt anhand verschiedener Gesundheitsdaten und Blutwerte das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen innerhalb der kommenden zehn oder 30 Jahre.

Bei mittlerem Risiko liefert der Scan zusätzliche Hinweise

Innerhalb von zehn Jahren trat bei 366 Studienteilnehmern, rund sechs Prozent, ein Herz-Kreislauf-Ereignis wie Herzinfarkt oder Schlaganfall auf. Über alle Risikogruppen hinweg verbesserte der Calcium-Score die Vorhersage des PREVENT-Risikorechners nur geringfügig. Deutlicher war der zusätzliche Informationsgewinn bei einem zunächst grenzwertigen bis mittleren Zehn-Jahres-Risiko von drei bis unter zehn Prozent.

Bei niedrigem oder hohem Risiko bringt der Scan weniger

Bei niedrigem Ausgangsrisiko kann ein routinemäßiges Herz-CT zusätzliche Strahlenbelastung, weitere Untersuchungen und Kosten verursachen, ohne dass ein klarer klinischer Nutzen zu erwarten ist, erklärt der an der Studie beteiligte Kardiologe Professor Dr. Nilay Shah von der Northwestern University Feinberg School of Medicine in Chicago.

Bei hohem Ausgangsrisiko verändert das Ergebnis des Calcium-Scans die Behandlungsentscheidung dagegen häufig nur wenig. Eine vorbeugende Therapie, etwa mit Statinen, wird bei diesen Patienten in der Regel ohnehin empfohlen.

Für Patienten mit grenzwertigem bis mittlerem Risiko kann der Calcium-Score dagegen eine zusätzliche Entscheidungshilfe für die Therapie liefern. Die Studie zeigt allerdings nicht, dass ein Calcium-Scan selbst Herzinfarkte oder Schlaganfälle verhindert. Untersucht wurde, wie gut sich das individuelle Risiko mithilfe des zusätzlichen CT-Befunds einschätzen lässt.

Ob die Untersuchung im Einzelfall sinnvoll ist, sollte deshalb anhand des persönlichen Herz-Kreislauf-Risikos ärztlich geklärt werden.

Quelle: DOI10.1001/jama.2026.13233

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