Infraschall erzeugt ein Geräusch, das wir nicht hören können, das unseren Körper aber dennoch stresst. Das zeigt eine neue Studie. Das könnte erklären, warum manche Orte unheimlich wirken, obwohl nichts sichtbar oder hörbar ist.

Infraschall umfasst Schallwellen unterhalb von 20 Hertz. „Er ist allgegenwärtig und tritt in der Nähe von Belüftungssystemen, Verkehr und industriellen Maschinen auf“, erklärt Professor Dr. Rodney Schmaltz. Der Psychologieprofessor der MacEwan University im kanadischen Edmonton nahm das Phänomen unter die Lupe. „Obwohl wir diese Frequenzen nicht bewusst hören, reagiert unser Körper darauf.“
In einem Experiment mit 36 Teilnehmenden untersuchte Schmaltz mit seinem Team, wie Infraschall auf Stimmung und Stress wirkt. Während die Probanden Musik hörten, wurde bei der Hälfte zusätzlich unhörbarer Infraschall erzeugt. Das Ergebnis: Die Betroffenen fühlten sich gereizter, weniger konzentriert und stuften die Musik als trauriger ein. Gleichzeitig stieg der Spiegel des Stresshormons Cortisol an – obwohl niemand sicher sagen konnte, ob Infraschall überhaupt vorhanden war.
Die Forschenden vermuten, dass Infraschall das bekannte „komisches Gefühl“ in alten Gebäuden oder Kellern erklären könnte. Wenn Rohre oder Lüftungen tieffrequente Vibrationen erzeugen, reagiert der Körper – und wir interpretieren das Unbehagen möglicherweise als etwas scheinbar Übernatürliches.
Langfristig könnte dauerhafte Infraschall-Belastung die Stimmung beeinflussen oder Stress verstärken. Noch ist vieles ungeklärt, etwa welche Frequenzen besonders wirksam sind oder wie sich längere Exposition auswirkt. Klar ist jedoch: Unser Körper nimmt mehr wahr, als wir denken.
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