Nach der Geburt erleben manche Frauen nicht nur Erschöpfung, sondern entwickeln eine behandlungsbedürftige Depression. Jetzt kam mit dem Wirkstoff Zuranolon in Deutschland einer postpartalen Depression auf den Markt.

Die postpartale Depression (PPD) gehört zu den häufigsten Erkrankungen im Zusammenhang mit einer Schwangerschaft. Sie tritt nach der Entbindung auf und kann den Alltag der betroffenen Frauen erheblich beeinträchtigen. Mögliche Anzeichen sind anhaltende depressive Verstimmung, Angstzustände, Schuld- oder Wertlosigkeitsgefühle sowie Schwierigkeiten, eine Bindung zum Neugeborenen aufzubauen.
Jetzt ist mit Zuranolon erstmals in der Europäischen Union ein Arzneimittel erhältlich, das speziell zur Behandlung einer postpartalen Depression zugelassen ist. Es kann bei erwachsenen Frauen nach der Geburt eingesetzt werden.
Die Therapie dauert 14 Tage. Zuranolon kann allein oder zusätzlich zu einem bereits eingenommenen Antidepressivum verordnet werden. Der Wirkstoff beeinflusst das sogenannte GABA-System im Gehirn. Dieses spielt eine wichtige Rolle bei der Regulation von Nervensignalen. Zuralonon verstärkt die hemmende Wirkung dieses Systems und könnte dadurch antidepressiv wirken.
Während einer Schwangerschaft darf Zuranolon nicht angewendet werden. Frauen sollten außerdem während der Behandlung das Stillen unterbrechen – es sei denn, der behandelnde Arzt oder die behandelnde Ärztin kommt nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung zu einer anderen Empfehlung.
Zu den häufigsten Nebenwirkungen gehören Schläfrigkeit, Schwindel und eine beruhigende beziehungsweise dämpfende Wirkung.
Wichtig: Wer nach der Geburt über längere Zeit unter gedrückter Stimmung, Ängsten oder Schwierigkeiten im Alltag leidet, sollte ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Eine postpartale Depression ist behandelbar – je früher sie erkannt wird, desto besser.
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