Narzissmus & Co.: Warum glückliche Partnerschaften Menschen verändern können

Katrin Faßnacht-Lee  |  30.07.2026 08:38 Uhr

Eine glückliche Beziehung kann die Persönlichkeit verändern. Eine neue Studie der Friedrich-Schiller-Universität Jena zeigt, dass eine erfüllte Partnerschaft sozial wenig erwünschte Eigenschaften wie übersteigerte Selbstliebe oder geringe Empathie abschwächen kann. Unter bestimmten Voraussetzungen.

Ein Pärchen im mittleren Alter liegt zusammen auf einer Hängematte und lächelt.
Negative Eigenschaften wie mangelnde Empathie oder übersteigerte Selbstliebe können sich in guten Beziehungen verbessern.
© Paul Bradbury/iStockphoto

Narzissmus, Machiavellismus und Psychopathie in Partnerschaften

Die Forschenden haben untersucht, wie sich die sogenannte „dunkle Triade“ auf Beziehungen auswirkt. Psychologinnen und Psychologen fassen darunter drei Persönlichkeitseigenschaften zusammen: Narzissmus, Machiavellismus und Psychopathie. Gemeint sind unter anderem ein starkes Bedürfnis nach Bewunderung, die Neigung, andere zu manipulieren, oder eine geringe Empathie. Solche Eigenschaften kommen laut der Forschenden bei jedem Menschen unterschiedlich stark vor und erreichen meist keine krankhafte Ausprägung.

Große Langzeitstudie mit fast 2.000 Paaren

Für die Studie werteten die Forschenden die Daten von 1.925 Paaren mit einem Durchschnittsalter von rund 36 Jahren aus. Die Teilnehmenden wurden dreimal im Abstand von jeweils zwei Jahren befragt. Die Daten stammen aus der deutschen Langzeitstudie „pairfam“.

Ein wichtiges Ergebnis: „Persönlichkeit und Beziehung entwickeln sich nicht unabhängig voneinander. Vielmehr beeinflussen sie sich wechselseitig“, sagt Psychologin Anna Braig.

Glückliche Beziehungen könnten Narzissmus abschwächen 

Die Forschenden beobachteten dabei auch einen positiven Effekt: Wurde eine Beziehung als besonders zufriedenstellend erlebt, nahmen diese sozial wenig erwünschten Persönlichkeitseigenschaften im Laufe der Zeit ab. „Je positiver diese Aspekte einer Beziehung bewertet werden, desto mehr nehmen die Eigenschaften der dunklen Triade ab“, erklärt Anna Braig. Besonders deutlich zeigte sich dieser Zusammenhang beim Narzissmus.

Nach Einschätzung der Forschenden können romantische Beziehungen deshalb einen wichtigen Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung leisten. „Man kann an einer Beziehung wachsen und sich damit sozial erwünschter entwickeln. Partnerschaft stellt hierbei schon eine Art Therapie dar“, sagt Prof. Dr. Franz Neyer.

Wann Narzissmus oder Manipulation Beziehungen belasten 

Gleichzeitig zeigte die Studie auch die Kehrseite: Sind Merkmale der dunklen Triade stärker ausgeprägt, kann das eine Partnerschaft belasten. Menschen mit diesen Eigenschaften berichteten häufiger über eine geringere Beziehungszufriedenheit. Außerdem zeigten sie häufiger verbale Aggression und erwarteten eher Gegenleistungen von ihrem Partner oder ihrer Partnerin. Nach Einschätzung der Forschenden können solche Verhaltensweisen die Qualität und auch die Beständigkeit einer Beziehung beeinträchtigen.

Quelle: DOI 10.1037/pspp0000607

Mehr aponet.de bei Google

Wähle aponet.de als eine bevorzugte Nachrichtenquelle bei Google und entdecke unsere aktuellen Gesundheitsnews häufiger in deinen News-Empfehlungen.

WhatsApp Kanal Banner
Medikamente ohne Zuzahlung

Alle zwei Wochen neu: die aktuelle Liste der zuzahlungsfreien Arzneimittel.

Arzneimitteldatenbank

Medikamenten-Name oder Wirkstoff eingeben für mehr Informationen.

Podcast
Podcast-Logo "aponet in 3 Minuten"
Podcast
Sport & Fitness

Im Fokus diesmal: Kaffee und Energydrinks, ein Potenzmittel in der Krebsforschung sowie Schwimmen…

Krankheiten von A - Z

In diesem Lexikon finden Sie umfassende Beschreibungen von etwa 400 Krankheitsbildern

nach oben