Warum Zahnfleischbluten ernst genommen werden sollte und wie Sie Parodontitis wirksam vorbeugen können, erfahren Sie in diesem Podcast.
Zahnfleischbluten ist oft mehr als ein harmloses Symptom
Viele Menschen kennen es: Beim Zähneputzen oder beim Biss in einen Apfel blutet plötzlich das Zahnfleisch. Doch Zahnfleischbluten ist häufig ein Warnsignal für Parodontitis. Darüber spricht Moderator Ulli Harraß mit dem Experten Peter Erik Pelzer.
Parodontitis ist eine chronische Entzündung des Zahnhalteapparates. Betroffen sind nicht nur das Zahnfleisch, sondern auch Bindegewebe und Kieferknochen, die den Zahn stabilisieren.
Wer ein erhöhtes Risiko für Parodontitis hat
Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko deutlich. In Deutschland ist ab dem 45. Lebensjahr fast jeder Zweite betroffen. Auch Schwangere gehören zu den Risikogruppen, weil hormonelle Veränderungen das Zahnfleisch empfindlicher machen.
Raucher erkranken ebenfalls häufiger an Parodontitis. Das Tückische: Durch Nikotin werden die Blutgefäße verengt, sodass Zahnfleischbluten oft ausbleibt und die Erkrankung länger unbemerkt bleibt.
Welche Folgen unbehandelte Parodontitis haben kann
Bleibt eine Parodontitis unbehandelt, lockern sich die Zähne und können im schlimmsten Fall ausfallen. Die Entzündung beschränkt sich jedoch nicht auf den Mundraum.
Bakterien können über die Blutbahn in den Körper gelangen. Studien zeigen Zusammenhänge mit Erkrankungen wie Diabetes, Herzinfarkt, Schlaganfall und Demenz. Eine gute Mundgesundheit trägt deshalb auch zur allgemeinen Gesundheit bei.
Parodontitis vorbeugen: So gelingt die richtige Mundhygiene
Der wichtigste Schutz ist eine konsequente Zahnpflege. Peter Erik Pelzer empfiehlt, die Zähne zweimal täglich gründlich zu putzen und die Zahnzwischenräume mit Interdentalbürsten, Zahnseide oder Zahnbändern zu reinigen.
Außerdem hilft eine professionelle Zahnreinigung etwa alle sechs Monate. So wird Plaque entfernt, die krankmachenden Bakterien als Nährboden dient.
Behandlung von Parodontitis: Früh erkannt oft gut heilbar
Wie die Behandlung aussieht, hängt vom Krankheitsstadium ab. Zahnärzte messen dazu die Tiefe der Zahnfleischtaschen. In frühen Stadien reichen oft eine professionelle Zahnreinigung und eine verbesserte Mundhygiene.
Bei fortgeschrittener Parodontitis können zusätzliche Maßnahmen wie Antibiotika notwendig werden. Die gute Nachricht: Wird die Erkrankung rechtzeitig erkannt, lässt sie sich häufig erfolgreich behandeln und oft sogar vollständig ausheilen.
Bei Zahnfleischbluten früh zum Zahnarzt gehen
Peter Erik Pelzer rät, Zahnfleischbluten nicht zu ignorieren. Eine frühzeitige Untersuchung hilft dabei, Parodontitis rechtzeitig zu erkennen und dauerhafte Schäden an Zähnen und Zahnhalteapparat zu vermeiden.