Rauchen schadet auch dem Gehirn - Rauchstopp lohnt sich

Katrin Faßnacht-Lee  |  30.05.2026 09:39 Uhr

Zigaretten erhöhen nicht nur das Risiko für Krebs, Lungen- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen, sondern auch für Demenz oder ALS. Lesen Sie, was beim Rauchstopp helfen kann.

Junge Frau im seitlichen Profil mit Rauchschwaden um den Kopf
Rauchen kann auch die Nerven und Gehirn beeinflussen. Es erhöht zum Beispiel das Risiko an Demenz zu erkranken.
© Sergii Kolesnikov/iStockphoto

Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie warnt vor noch recht unbekannten Folgen von Tabakkonsum: So ist Rauchen bei zahlreichen neurologischen Erkrankungen ein Risikofaktor oder gilt als begünstigender Faktor. Ein bekanntes Beispiel ist der Schlaganfall, weil Rauchen die Gefäße schädigt. Daneben fördert Tabakrauch aber auch das Risiko für weitere Erkrankungen, die das Gehirn oder Nervensystem betreffen.

Wer raucht, bekommt eher eine Demenz

Laut einer großen Analyse mehrerer Studien haben Menschen, die aktuell rauchen ein 30 Prozent höheres Risiko für Demenz insgesamt. Bei Alzheimer-Demenz ist das Risiko sogar um 40 Prozent erhöht. Zudem steigt das Risiko mit der Zahl der täglich gerauchten Zigaretten an: pro 20 Zigaretten am Tag um 34 Prozent. Besonders interessant: Menschen, die mit dem Rauchen aufgehört hatten, zeigten kein erhöhtes Risiko mehr. 

Einfluss auf Nervenkrankheit ALS, Migräne und neuropathische Schmerzen

Zigarettenrauch hat auch Auswirkungen auf die Nerven. Laut DGN weist eine aktuelle Metaanalyse auf einen signifikanten Zusammenhang zwischen Rauchen und Amyotropher Lateralsklerose (ALS) hin. ALS ist eine schwere neurologische Erkrankung, bei der immer mehr Nervenzellen absterben. Sie äußert sich durch fortschreitende Muskelschwäche und zum Teil auch Gedächtnisprobleme. Bei Frauen war der Zusammenhang besonders ausgeprägt. Rauchen könnte laut der Forschenden ein möglicher Risikofaktor für ALS sein oder zu einem früheren Krankheitsbeginn führen. 

Zudem kann Rauchen beispielsweise neuropathische Schmerzen verstärken oder einen Migräne-Anfall triggern.

Rauchstopp lohnt sich – hier gibt’s Hilfe

DGN-Generalsekretär Prof. Dr. Peter Berlit betont: „Aus neurologischer Sicht ist Rauchen einer der wichtigsten vermeidbaren Risikofaktoren überhaupt. Umso wichtiger ist es, Menschen dazu zu bewegen, nicht zu rauchen bzw. sie beim Aufhören zu unterstützen.“

Wer Unterstützung beim Rauchstopp braucht, kann sich an Apotheken vor Ort wenden. Anlässlich des Weltnichtrauchertags am 31. Mai sagt Friederike Habighorst-Klemm, Patientenbeauftragte des Landesapothekerverbandes Baden-Württemberg: „Ein Rauchstopp gelingt am besten mit einem klaren Plan und starken Partnern an der Seite. Apotheken bieten niedrigschwellige und kompetente Unterstützung, die Menschen dabei hilft, motiviert zu bleiben und die schwierige Entwöhnungsphase zu meistern.“

Wofür eignen sich Nikotinkaugummi, -pflaster oder -spray?

Für viele Raucherinnen und Raucher kann eine Nikotinersatztherapie ein wichtiger Baustein sein, um Entzugssymptome zu lindern und Rückfälle zu vermeiden. Je nach Bedürfnis stehen verschiedene Präparate zur Verfügung: 

  • Nikotinpflaster für eine gleichmäßige Abgabe über den Tag
  • Nikotinkaugummis für situative Entlastung bei akutem Verlangen
  • Nikotin-Sprays für eine besonders schnelle Wirkung in herausfordernden Momenten
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