Schon der Versuch, mit dem Rauchen aufzuhören, scheitert häufig am starken Verlangen nach Nikotin. Selbst mit professioneller Unterstützung und Medikamenten bleiben die Erfolgsquoten oft unter 20 Prozent. Eine wissenschaftliche Auswertung von 59 Studien zeigt jetzt: Regelmäßige Bewegung kann den Rauchstopp sinnvoll unterstützen.
Schon eine Trainingseinheit kann helfen
Bereits eine einzelne Trainingseinheit kann das Verlangen nach einer Zigarette, typische Entzugssymptome und schlechte Stimmung vorübergehend verringern. Dahinter stehen vermutlich Veränderungen im Gehirn und im Hormonsystem. Bewegung fördert unter anderem die Ausschüttung von Dopamin, Serotonin und körpereigenen Opioiden. Gleichzeitig sinkt der Spiegel des Stresshormons Cortisol.
Sport ersetzt keine Entwöhnung, kann sie aber sinnvoll ergänzen
Die Forscher sehen Bewegung als zusätzliche Unterstützung neben bewährten Methoden wie Entwöhnungsprogrammen oder Medikamenten. "Etwas so Einfaches wie regelmäßige Bewegung kann für Menschen, die versuchen, mit dem Rauchen aufzuhören, einen bedeutenden Unterschied machen", sagt Studienleiter Dr. Ben Singh laut einer Mitteilung der Universität. Gezielte Trainingseinheiten könnten vor allem dann helfen, wenn das Verlangen nach Nikotin besonders stark ist.
Mehr als 9.000 Teilnehmer ausgewertet
Für die Untersuchung wertete ein Forschungsteam um Dr. Ben Singh von der Adelaide University 59 randomisierte kontrollierte Studien mit mehr als 9.000 Teilnehmern aus. Die Metaanalyse erschien im Fachjournal „Journal of Sport and Health Science“.
Berücksichtigt wurden sowohl einzelne Sporteinheiten als auch langfristige Trainingsprogramme. Untersucht wurde, wie sich Bewegung auf den Rauchstopp, das Verlangen nach Zigaretten, Entzugssymptome und die Stimmung auswirkt.
Quelle: DOI 10.1016/j.jshs.2026.101138