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Viele Medikamente können den Blutdruck erhöhen

Dr. Karen Zoufal  |  10.05.2021

Fast jeder fünfte Erwachsene mit Bluthochdruck nimmt mindestens ein Medikament ein, das den Blutdruck erhöhen könnte. Kardiologen raten deshalb dazu, bei Bluthochdruck die Einnahme aller Medikamente regelmäßig zu überprüfen – auch der rezeptfreien.

Frau, steht vor einem Spiegelschrank und nimmt Medikamente.
Auch rezeptfreie Medikamente können den Blutdruck in die Höhe treiben.
© monkeybusinessimages/iStockphoto

Von 27.599 Personen, die zwischen 2009 und 2018 an einer großen Ernährungs- und Gesundheitsstudie teilgenommen hatten, hatte etwa die Hälfte Bluthochdruck. Von ihnen gaben 19 Prozent an, ein blutdruckerhöhendes Medikament zu verwenden, und vier Prozent nannten gleich mehrere. Die neuen Forschungsergebnisse wurden auf der 70. Jahrestagung des American College of Cardiology vorgestellt.

Am häufigsten handelte es sich um Medikamente gegen Depressionen, nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR), zu denen Ibuprofen und ASS zählen, und Kortison-verwandte Arzneimittel. Aber auch andere Medikamente können den Blutdruck erhöhen, beispielsweise Antipsychotika, bestimmte orale Verhütungsmittel und abschwellende Wirkstoffe in Nasensprays, die bei Erkältungen oder Allergien verwendet werden. „Es sind Medikamente, die wir häufig einnehmen – sowohl rezeptfreie als auch verschriebene Medikamente“,  sagte Studienautor Dr. John Vitarello vom Beth Israel Deaconess Medical Center in Boston. Er machte darauf aufmerksam, dass selbst geringe Blutdruckerhöhungen bedeutende Auswirkungen auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben können.

Vitarello rät besonders älteren Menschen, die häufig mehrere Medikamente regelmäßig einnehmen, dies überprüfen zu lassen. Er hält es für wahrscheinlich, dass in einigen Fällen der Bluthochdruck schon gesenkt werden kann, indem zu anderen Medikamenten gewechselt wird. Häufig gibt es für die Behandlung einer Krankheit verschiedene Wirkstoffklassen, die sich unterschiedlich auf den Blutdruck auswirken. Bevor man Medikamente absetzt, sollte man aber in jedem Fall Rücksprache mit dem Arzt halten.

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