Eisenräuber: Warum Kaffee, Milch und andere Lebensmittel die Eisenaufnahme hemmen

Natascha SchleifElisabeth Kerler  |  28.07.2026 11:44 Uhr

Ein Frühstück mit Haferflocken und einer Tasse Kaffee gilt als gesund. Was viele nicht wissen: Der Kaffee kann die Aufnahme des Eisens aus den Haferflocken deutlich verringern. Auch schwarzer Tee oder größere Mengen Milch bremsen die Eisenaufnahme. Wer einem Eisenmangel vorbeugen möchte, sollte deshalb auf den richtigen Zeitpunkt achten.

Junge Frau trinkt draußen Kaffee.
Kaffee kann die Aufnahme von Eisen aus Lebensmitteln hemmen.
© Paperkites/iStockphoto

Eisen ist ein lebensnotwendiges Spurenelement, das wir mit der Nahrung aufnehmen müssen: Es spielt unter anderem für den Stoffwechsel eine wichtige Rolle. So sorgt Eisen im roten Blutfarbstoff für den Transport von Sauerstoff. Außerdem unterstützt es die Energieversorgung von Zellen und die Abwehr von Infektionen. 

Diese Lebensmittel liefern besonders viel Eisen

Folgende Lebensmittel haben einen hohen Gehalt an Eisen:

  • Tierische Innereien wie Leber und Niere
  • Rotes Fleisch
  • Bitterschokolade
  • Getreideprodukte aus Vollkorn (Der Eisengehalt von Vollkornmehl ist mehr als fünfmal so hoch wie der von hellem Mehl)
  • Haferflocken
  • Sonnenblumenkerne
  • Pfifferlinge
  • Grünes Blattgemüse wie Spinat und Feldsalat
  • Hülsenfrüchte wie Kidneybohnen, Linsen und Erbsen

Grundsätzlich ist Eisen aus tierischen Lebensmitteln für den Körper besser verwertbar als Eisen aus pflanzlichen Lebensmitteln. Da rotes und verarbeitetes Fleisch jedoch mit einigen Risiken für die Gesundheit verbunden ist und neuen Studien zufolge unter anderem die Gefahr für Darmkrebs und Diabetes erhöhen kann, sollte es nur in Maßen gegessen werden, empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). Es ist auch möglich, den Körper durch die richtige Auswahl von pflanzlichen Lebensmitteln ausreichend mit Eisen zu versorgen, wenn ein paar Dinge beachtet werden. 

Diese Lebensmittel bremsen die Eisenaufnahme 

Es gibt Lebensmittel, die die Aufnahme von Eisen hemmen. Dazu zählen:

  • Kaffee und schwarzer Tee zählen zu den größten Eisenräubern

    Dass Kaffee und schwarzer Tee die Aufnahme von Eisen hemmen, liegt an den in ihnen enthaltenen Tanninen. Daher ist es ratsam, einen Espresso oder schwarzen Tee nicht kurz vor oder nach einer eisenhaltigen Mahlzeit (z.B. ein Müsli mit Haferflocken) zu essen - vor allem, wenn man unter Eisenmangel leidet. Auch Rotwein, Cola und Limonaden, die Phosphat enthalten, zählen zu den Getränken, die die Aufnahme von Eisen im Körper hemmen. Roibuschtee oder Grüner Tee beeinflussen die Eisenverwertung hingegen kaum.

  • Milch und Käse: Milchprodukte können die Eisenaufnahme bremsen

    Milchprodukte sind gesund und wichtige Calciumlieferanten. Wer jedoch einen Eisenmangel hat oder Eisenpräparate einnimmt, sollte größere Mengen Milch möglichst nicht gleichzeitig mit einer eisenreichen Mahlzeit verzehren. 

  • Warum sogar Spinat und Vollkorn die Eisenaufnahme erschweren können

    Auch Kakao und Schokolade stehen auch auf der Liste der Eisenräuber. Das liegt am Oxalat, das im Kakao steckt. Es schränkt die Aufnahme von Eisen im Darm ein. Das gilt auch für den an Oxalsäure reichen Spinat. Das Paradoxe: Zartbitterschokolade und Spinat sind beides Lebensmittel, die gleichzeitig reich an Eisen sind.
    Getreideprodukte wie Brot, Nudeln sowie Reis und Mais enthalten Phytinsäure, die Eisen bindet, sodass der Körper den Mineralstoff schlechter aufnehmen kann. Das gilt auch für Vollkornprodukte, die gleichzeitig aber deutlich mehr Eisen liefern als Weißmehlprodukte. 

Mit Vitamin C kann der Körper Eisen deutlich besser aufnehmen

Vitamin C hingegen verbessert die Aufnahme von Eisen. Die DGE empfiehlt daher, z.B. Vollkornnudeln und Spinat mit Lebensmitteln zu kombinieren, die reich an Vitamin C sind. Dazu zählen etwa Kartoffeln, Paprika, schwarze Johannisbeeren, Brokkoli, Zitrusfrüchte und Kohl.

Diese Symptome können für einen Eisenmangel sprechen

Da sich der Körper bei Eisenmangel nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgen kann, treten vor allem Müdigkeit, Antriebslosigkeit sowie eine blasse, trockene Haut auf. Aber auch Kopfschmerzen, Schwindelgefühle und Kurzatmigkeit etwa nach dem Treppensteigen können auf einen Eisenmangel hinweisen. Wer einen Eisenmangel vermutet, sucht am besten einen Arzt auf. Eine Blutuntersuchung zeigt, wie es um den Eisenstatus steht. Gefährdet sind hier vor allem Mädchen und Frauen mit einer starken Regelblutung und Schwangere, die einen deutlich erhöhten Bedarf an Eisen haben.

Diese Menschen haben besonders häufig einen Eisenmangel

Eine unzureichende Eisenversorgung haben häufiger:

  • Säuglinge
  • Kinder
  • Jugendliche
  • Frauen vor der Menopause
  • Schwangere
  • Menschen, die Leistungssport betreiben
  • Personen, die häufig Blut spenden
  • Personen, die sich vegetarisch oder vegan ernähren. 

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Ernährung: FAQ Eisen

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