Schon kleine Mengen Alkohol können dem Körper schaden. Eine neue Übersichtsarbeit zeigt, welche Krankheiten mit Alkoholkonsum zusammenhängen und warum sich ein Verzicht oft schnell positiv auswirkt.

Forschende aus den USA und Kanada haben in einer aktuellen Übersichtsarbeit die Auswirkungen von Alkoholkonsum auf die Gesundheit untersucht. Laut der Weltgesundheitsorganisation sind über 60 Krankheiten eindeutig auf Alkoholkonsum zurückzuführen. Dazu zählen Herzmuskelerkrankungen, schwere Leberschäden und die Schädigung des ungeborenen Kindes. Besonders häufig entstehen diese Erkrankungen durch langjährigen, intensiven Konsum.
Zudem kann Alkohol das Risiko für Infektionskrankheiten wie Tuberkulose, HIV/AIDS oder Lungenentzündungen erhöhen. Der Grund: Alkohol schwächt die Immunabwehr und beeinträchtigt die Leberfunktion – zwei zentrale Schutzmechanismen des Körpers.
Die Übersicht nennt zudem fünf große Krankheitsgruppen, die teilweise auf Alkoholkonsum zurückgehen:
Krebsarten, zum Beispiel Mund, Speiseröhre, Leber, Brust
Allgemeine Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Magen-Darm-Erkrankungen
Schon geringe Mengen Alkohol beeinträchtigen außerdem Gleichgewicht, Urteilsvermögen und Reaktionszeit. Dadurch steigt das Risiko für Verkehrsunfälle, Stürze oder Gewalt – oft mit Folgen für andere Menschen.
Doch die Autoren nenne auch positive Nachrichten – einige Schäden sind reversibel:
Kurzfristige Risiken wie Verletzungen oder Infektionen sinken sofort, wenn kein Alkohol konsumiert wird.
Das Immunsystem kann sich erholen, sofern kein langjähriger Missbrauch vorliegt.
Herz-Kreislauf-Funktionen verbessern sich teils schon nach wenigen Wochen Abstinenz.
Auch das Gehirn kann sich teilweise regenerieren.
Die Studie geht auch auf mögliche gesundheitsfördernde Effekte ein. „Auch wenn wir inzwischen viel über die Auswirkungen von Alkohol auf die Gesundheit wissen, bleibt es umstritten, ob wenig Alkohol dem Herzen guttut“, kommentiert Mitautor Dr. Jürgen Rehm vom Canadian Centre for Addiction and Mental Health.
Zurzeit gäbe es aus seiner Sicht nicht genügend Belege, um einen potenziell positiven Effekt von Alkoholkonsum auf Herzkrankheiten und Schlaganfall auszuschließen. Hauptautor Sinclair Carr von der Harvard Universität in Boston hat dagegen eine klare Meinung zu dem Thema. „Alkohol ist eine Hauptursache für Krankheiten und Verletzungen, und seine Schäden überwiegen mögliche Vorteile.“
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