Autoimmunerkrankungen

Bei Autoimmunerkrankungen richten sich Teile des körpereigenen Abwehrsystems gegen den eigenen Organismus.

Was ist das? – Definition

Autoimmunerkrankungen haben viele Gesichter – rund 60 kennt man heute. Allen gemeinsam ist, dass sich Teile des körpereigenen Abwehrsystems gegen den eigenen Organismus richten. Zu den Autoimmunerkrankungen gehören zum Beispiel:

Was ist das? - Definition
Ansammlung von Blutserum im Bauchraum.

Wie wird es noch genannt? - Andere Bezeichnungen

  • Wassersucht
  • Wie kommt es dazu? - Mögliche Ursache
    Aszites ist keine eigenständige Erkrankung sondern ein Symptom verschiedener Krankheiten.
    Die häufigste Ursache ist die Leberzirrhose. Da die Leber hier zu Narbengewebe umgebaut wurde, ist der Blutstrom durch das Organ stark vermindert. Infolge dessen steigt der Blutdruck in der Pfortader, einem Blutgefäß, welches das Blut aus vielen Bauchorganen zur Leber transportiert, man spricht von Pfortaderhochdruck. Aufgrund des erhöhten Blutdrucks und einer verminderten Albuminbildung in der Leber (Albumin bindet Wasser und hält es so im Gefäß zurück) wird der wässrige Bestandteil des Blutes (Blutserum) aus dem Blutgefäß in die Bauchhöhle gepresst.
    Doch auch bei Entzündungen im Bauchraum, beispielsweise einer Bauchfellentzündung (Peritonitis) oder einer Tumorerkrankung im Bauchraum bildet sich häufig Aszites.
    Bei einer schweren Herzschwäche staut sich das Blut in die Leber zurück und es kommt ebenfalls zu einer Wasseransammlung im Bauchraum.

    Wie macht es sich bemerkbar? - Symptome
    Kleine Mengen Aszites werden nur zufällig in einer Ultraschalluntersuchung bemerkt. Mit steigender Wassermenge aber zeigt sich eine Zunahme des Bauchumfanges. Durch den erhöhten Druck im Bauchraum bildet sich nicht selten ein Nabel- oder Leistenbruch.
    Große Aszitesmengen - sie können bis zu 20 Litern betragen - drücken auf das Zwerchfell, unseren wichtigsten Atemmuskel. Folge ist eine zunehmende Atemnot.

    Wie geht es weiter? - Verlauf und Komplikationen
    Kleinere Aszitesmengen werden mit Hilfe bestimmter wassertreibender Mittel (Diuretika) ausgeschwemmt. Bei Atemnot infolge des Aszites muss dieser punktiert werden.
    Lässt sich die zugrundeliegende Erkrankung nicht bessern, kommt es immer wieder zur Aszitesbildung.

    Was kann noch dahinter stecken? - Krankheitsbilder mit ähnlichen Symptomen
    Bei Verletzungen innerer Organe, wie beispielsweise einem Riss in der Milz oder der Leber führen zu inneren Blutungen. Diese entwickeln sich aber sehr viel rascher als ein Aszites.
    Auch beim geplatzten Blinddarm im Rahmen einer Blinddarmentzündung, einem Magendurchbruch beim Magengeschwür oder bei einer geplatzten Gallenblase bei einer Gallenblasenentzündung läuft körpereigene Flüssigkeit in den Bauchraum. Symptomatisch stehen hier allerdings die Beschwerden durch die zugrundeliegenden Ursache und nicht die Flüssigkeit im Bauch im Vordergrund.

    Was rät die Großmutter? - Hausmittel und Verhaltenstipps

    • die Hauptursache einer Leberzirrhose ist der langjährige, übermäßige Alkoholkonsum - daher sollte man hier dringend Maß halten!

    Bearbeitungsstand: 01.04.2011

    Quellenangaben:
    Thieme, Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, (2006) - Andreae, von Hayek, Weniger, Krankheitslehre für Altenpflege, Thieme, (2006) - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)

    Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

    Eine Autoimmunerkrankung kann auf bestimmte Organe begrenzt bleiben, zum Beispiel die Schilddrüse, aber auch ganze Organsysteme angreifen. Außerdem können Mischformen mehrerer Autoimmunerkrankungen auftreten.

    Wie kommt es dazu? – Mögliche Ursachen

    Einen Teil des körpereigenen Abwehrsystems bilden die sogenannten T-Zellen. Im Gegensatz zu spezifischen Antikörpern bildet der Organismus sie nach dem "Schrotschusssystem". Dabei bilden sich immer auch T-Zellen, die sich gegen körpereigene Gewebe richten können – auch beim Gesunden. Damit die schädigende Reaktion unterbleibt, müssen die T-Zellen eine Art Sortieranlage passieren: Diejenigen, die zu körpereigenen Strukturen passen, werden ausgesondert und vernichtet. Arbeitet diese Sortierstation nicht zuverlässig, können solche T-Zellen in den Kreislauf gelangen und körpereigene Gewebe angreifen.

    Warum nun manche Menschen eine (oder mehrere) Autoimmunerkrankung(en) bekommen und andere nicht, wissen auch Experten noch nicht genau. Sie gehen davon aus, dass eine entsprechende Veranlagung (genetische Disposition) und bestimmte äußere Einflüsse aufeinander treffen müssen ("bad genes and bad luck" – schlechte Gene und Pech). Für die Annahme spricht, dass Autoimmunerkrankungen zuweilen familiär gehäuft auftreten. Als Auslöser kommen zudem manche viralen oder bakteriellen Infektionen in Frage. Erkennungsmerkmale einiger Erreger ähneln dabei denen körpereigener Strukturen, sodass das Immunsystem fälschlicherweise beide angreift.

    Wie behandelt man sie? - Therapiemöglichkeiten

    Derzeit gibt es kaum Möglichkeiten, Autoimmunerkrankungen "an der Wurzel zu packen". In den meisten Fällen erhalten Patienten Arzneimittel, die Entzündung und überschießende Immunreaktion hemmen. Dies gelingt zum Beispiel mit Wirkstoffen aus der Gruppe der Corticosteroide, also Abkömmlingen des körpereigenen Entzündungshemmers Kortison. Da dies bei der meist notwendigen langen Behandlungsdauer und bei höherer Dosierung oft Nebenwirkungen (zum Beispiel "Vollmondgesicht" oder Osteoporose) mit sich bringt, haben Wissenschaftler nach Möglichkeiten gesucht, die fehlgeleitete Immunreaktion gezielter zu unterdrücken. Dies führte zur Entwicklung verschiedener sogenannter monoklonaler Antikörper. Dabei handelt es sich um Antikörper, die jeweils an ganz bestimmte Zielzellen "andocken" und so die Bildung krankheitsfördernder Botenstoffe oder Zellen unterbinden. Dass unter anderem Morbus Basedow, Rheumatoide Arthritis oder Multipler Sklerose gemeinsame Mechanismen zugrunde liegen, erklärt, dass ein und derselbe Wirkstoff gegen so verschiedene Erkrankungen eingesetzt werden kann.

    Das bedeutet jedoch nicht, dass alle diese Erkrankungen vom selben (Fach-)Arzt behandelt werden können. So gehören rheumatische Erkrankungen in die Hand eines Rheumatologen, für Schilddrüsenerkrankungen sind Endokrinologen zuständig und für Multiple Sklerose unter anderem Neurologen. Für viele Autoimmunerkrankungen gibt es außerdem spezielle Therapiemöglichkeiten, zum Beispiel Schilddrüsenhormone und Schilddrüsenhemmstoffe bei Hashimoto Thyreoiditis oder Morbus Basedow.

    Für die Patienten mit Autoimmunerkrankungen bedeutet die Diagnose häufig, dass eine Zeit des Grübelns über Beschwerden unklarer Herkunft ein Ende hat – und meist, dass sie sich auf einen lebenslangen Begleiter einstellen müssen, denn Autoimmunerkrankungen sind chronische Erkrankungen.

    Apothekerin Maria Pues

    Das könnte Sie auch interessieren

    Medikamente ohne Zuzahlung

    Alle zwei Wochen neu: die aktuelle Liste der zuzahlungsfreien Arzneimittel.

    Anzeige
    Anzeige

    Natürlich beweglich bleiben mit Grünlippmuschel

    Synofit Premium Plus vereint als einzige Formel zur natürlichen Unterstützung und Pflege der Gelenke…

    Arzneimitteldatenbank

    Medikamenten-Name oder Wirkstoff eingeben für mehr Informationen.

    Podcast "gecheckt!"
    Junge Frau, sitzt auf einem Stuhl und macht sich Notizen.
    Gesellschaft

    Podcast: Gut vorbereitet zum Arzt

    Die meisten von uns kennen es: Manchmal muss man lange auf einen Termin beim Arzt warten, und kaum…

    Telepharmazie

    Sie suchen eine Apotheke mit Telepharmazieangebot?

    Krankheiten von A - Z

    In diesem Lexikon finden Sie umfassende Beschreibungen von etwa 400 Krankheitsbildern

    Neue Apotheken Illustrierte

    Alle 14 Tage neu in Ihrer Apotheke: Die NAI ist ein Magazin, das fundiert und leicht verständlich alle Fragen rund um die Gesundheit beantwortet.

    nach oben
    Notdienst finden