Erst nach drei Monaten ohne Alkohol Nachwuchs zeugen: Das ist die Empfehlung eines Forschungsteams, das die Spermienqualität untersucht hat.

Spermien brauchen mehr als einen Monat, um sich von regelmäßigem Alkoholkonsum zu erholen: Das ist das zentrale Ergebnis eines Forschungsteams. Es rät, vorsichtshalber drei Monate vor der Zeugung eines Kindes auf Alkohol zu verzichten.
Prof. Dr. Michael Golding erklärte in einer Mitteilung zur Veröffentlichung: „Wenn jemand regelmäßig Alkohol konsumiert und dann damit aufhört, durchläuft der Körper einen Entzug, bei dem er lernen muss, ohne die vorhandene Chemikalie klarzukommen. Auch während des Entzugsprozesses werden die Spermien noch negativ durch das Trinken beeinflusst, was bedeutet, dass es viel länger dauert, bis sich die Spermien wieder normalisieren, als wir bisher dachten.“
Das Team berichtet, dass es länger als einen Monat und damit deutlich länger als bisher angenommen dauert, bis keine Auswirkungen von Alkoholkonsum im Sperma eines Vaters mehr nachweisbar sind. Spermien von Männern, die regelmäßig Alkohol konsumieren, können die Plazentaentwicklung beeinträchtigen, ein fetales Alkoholsyndrom (FAS) verursachen und die Ergebnisse einer In-vitro-Fertilisation verschlechtern.
Eines der Hauptrisiken im Zusammenhang mit Alkoholkonsum vor und während der Schwangerschaft ist das fetales Alkoholsyndrom, das zu unnormalen Gesichtszügen, einem niedrigen Geburtsgewicht, geringer Geburtsgröße, Aufmerksamkeits- und Hyperaktivitätsproblemen und schlechter Koordination führt. Derzeit ist nur der Alkoholkonsum der Mutter für eine entsprechende Diagnose ausschlaggebend.
Golding wies darauf hin, dass für die beobachteten Effekte kein übermäßiger Alkoholkonsum notwendig sei: „In den von uns verwendeten Modellen kann selbst das Trinken von drei bis vier Bieren nach der Arbeit an mehreren Tagen in der Woche zu einem Entzug führen, wenn man damit aufhört. Auch dann durchläuft der Körper chemische Veränderungen. Wir wissen, dass Spermien im Laufe von 60 Tagen hergestellt werden und der Entnahmeprozess mindestens einen Monat dauert. Mein Rat wäre deshalb, mindestens drei Monate zu warten.“
Quelle: DOI 10.1111/andr.13566
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